Hajek bloggt: Die kleinen Tricks der Grossen
Obwohl es der ÖBB nicht gut geht, hat sich das Management durch einen Dreh Erfolgsprämien auszahlen lassen. Und dann wundern sich manche, warum es eine Diskussion über unverschämte Managergehälter gibt.
FOTOGRAFIE: Gianmaria Gava

Der Rechnungshof hat jetzt aufgedeckt, dass die Erfolgsprämien für die ÖBB-Manager nur durch das Auflösen von Rücklagen möglich wurden. Gleichzeitig müssen sich die Österreicher wegen steigender Preise nach der Decke strecken.
Einkommensunterschiede wurden in unserer Gesellschaft zwar bisher aufgrund unterschiedlicher Familienhintergründe und Bildungswege akzeptiert, aber zuletzt ging die Relation von „Anständig und Unanständig“ verloren. Das Thema soziale Gerechtigkeit steht nicht ohne Grund ganz oben auf der politischen Agenda!
Damit ist aber auch das Feld für Populisten aller Coleurs eröffnet. Die Linke in Deutschland läuft von Erfolg zu Erfolg. Und die Spitzenkandidaten der Freiheitlichen werden hierzulande von den vermeintlich Unterprivilegierten trotz dummer Sager gewählt.
Hinzu kommt, dass die Wirtschaft aufgrund einer gewaltigen Bankenkrise zu erlahmen droht, was das Stimmungsbild in der Bevölkerung zusätzlich verschlechtert. Zwischenfrage: Wird den verantwortlichen Damen und Herren Managern deswegen etwas vom Gehalt abgezogen? Eher nicht.
Das Problem ist: Die meisten Unternehmen werden nicht mehr von Unternehmern und Unternehmerinnen geführt, sondern von Managern mit befristeten Verträgen. Selbst bei einer vorzeitigen Ablöse der Führungskraft winken daher zumeist hohe Abfertigungen – gröbere finanzielle Existenzängste müssen also nicht erleidet werden.
Mag ja sein, dass ein Teil des Managergehalts in Aktienpaketen steckt. Aber eben dieser Umstand hat ja dazu geführt, dass kaum mehr nachhaltig gewirtschaftet wird und stattdessen Aktienkurse künstlich hinaufgepeitscht werden.
Wenn einer Führungskraft schon die Relation von angemessenem und unangemessenem Gehalt abhanden kommt, braucht es dieses Korrektiv eben an anderer Stelle: Im Unternehmen selbst, den diversen Interessensvertretungen und in den Medien.
Wenn der „Top Manager of the Year“ gewählt wird, könnte doch auch der „Rohrkrepierer of the Year“ ausgemacht werden. Was es braucht sind Bilanzen, die die Aspekte eines nachhaltigen Unternehmenserfolgs aufzeigen – daran sollte sich in Zukunft die Leistungsorientierte Bezahlung für Manager orientieren.
Dann wäre die Welt auch nicht unmittelbar besser - aber mit überzogenen Gehältern wäre möglicherweise Schluss.
Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.
Bisher erschienen:
27. Jänner: Wer braucht die Liberalen?
22. Jänner: Nichtwähler.Kein ganz neues Phänomen.
17. Jänner: Mehrheitswwahlrecht - Eine Debatte geht am Thema vorbei!
15. Jänner: Die Schwamm-drüber-Politik
10. Jänner: Es darf menscheln
8. Jänner 2008: Das Wahljahr 2008
20. Dezember: Ein Jahr Rot-Schwarz
18. Dezember: Transparenz und Politik. Ein Widerspruch?
13. Dezember: Die Verantwortung ist schwer zu tragen.
11. Dezember: Die Politik auf der Pflegestation.
6. Dezember: Mehr Privat, weniger Staat
4. Dezember: Die EM 2008 und die Politik
29. November: Unser Heer
27. November: Das Grüne Ich bin Ich.
22. November: Frauen sollen länger arbeiten.
20. November: Spenden, gerne - aber bitte transparent!
15. November: Die Große Koalition enttäuscht
13. November: Die armen Pensionisten
8. November: Schuldebatte II: Der Kanzler ist da!
6. November: Schuldebatte: Wo ist der Kanzler?
25. Oktober: Die Freunde der Wiener Polizei
23. Oktober: Von Gewinnern und Verlierern
18. Oktober: Das zahnlose Parlament
16. Oktober: Die neue konservative Elite
9. Oktober: Der Fall Arigona verändert das Land!
4. Oktober: Kinder, Kinder
2. Oktober: Politische Perspektiven
27. September: Illegal, legal, egal
25. September: Weg mit dem NS-Verbotsgesetz?
20. September: Alt gegen Jung. Der Verteilungskampf hat längst begonnen.
18. September: Macht braucht Kontrolle auf Steirisch
14. September: Müssen Grüne radikal sein?
12. September: Was sich so linke Familienpolitik nennt
6. September: Die wehrhaften Christen
4. September: Sommerliche Gespräche
30. August: Sommerloch im Niveau-Tief
19. Juli: Dinkhauser gegen Bauernbund, das ist Brutalität
17. Juli: Runter mit den Steuern!
12. Juli: Politik als Infotainment
10. Juli: Kindergeld - Reality Bites
5. Juli: Geben ist seliger als nehmen
3. Juli: Bündnis ohne Zukunft
28. Juni: Die Große Koalition demontiert sich selbst
26. Juni: Eurofighter, letzter Akt
21. Juni: Politikverdrossenheit ist kein Schicksal!
19. Juni: Wie doppelbödig darf Politik sein?
14. Juni: Opportunismus made in Austria
12. Juni: Wahlen in Europa - Das Pendel schlägt nach rechts
7. Juni: Grüne - Ist da jemand?
5. Juni: Phänomen FPÖ
31. Mai: Last exit Mehrheitswahlrecht
29. Mai: Withalm, Graff und Missethon oder der Niedergang der Generalsekretariate
24. Mai: Kampfzone Feminismus
22. Mai 07: Stell Dir vor, es sind Wahlen und keiner geht hin
17. Mai 07: Zuwanderungsland Österreich
15. Mai 07: Wie ernst nimmt sich noch die SPÖ?
10. Mai 07: Quo vadis ÖVP?
8. Mai 07: Preisschnapsen um Eurofighter
3. Mai 07: Hält das Demokratiepaket, was es verspricht?
31. April 07: Koalitionszwist Gesamtschule: Lehrbeispiel für fehlenden Leadership
26. April 07: Andrea Kdolsky: CliniClown oder Pausenclown?
Einkommensunterschiede wurden in unserer Gesellschaft zwar bisher aufgrund unterschiedlicher Familienhintergründe und Bildungswege akzeptiert, aber zuletzt ging die Relation von „Anständig und Unanständig“ verloren. Das Thema soziale Gerechtigkeit steht nicht ohne Grund ganz oben auf der politischen Agenda!
Damit ist aber auch das Feld für Populisten aller Coleurs eröffnet. Die Linke in Deutschland läuft von Erfolg zu Erfolg. Und die Spitzenkandidaten der Freiheitlichen werden hierzulande von den vermeintlich Unterprivilegierten trotz dummer Sager gewählt.
Hinzu kommt, dass die Wirtschaft aufgrund einer gewaltigen Bankenkrise zu erlahmen droht, was das Stimmungsbild in der Bevölkerung zusätzlich verschlechtert. Zwischenfrage: Wird den verantwortlichen Damen und Herren Managern deswegen etwas vom Gehalt abgezogen? Eher nicht.
Das Problem ist: Die meisten Unternehmen werden nicht mehr von Unternehmern und Unternehmerinnen geführt, sondern von Managern mit befristeten Verträgen. Selbst bei einer vorzeitigen Ablöse der Führungskraft winken daher zumeist hohe Abfertigungen – gröbere finanzielle Existenzängste müssen also nicht erleidet werden.
Mag ja sein, dass ein Teil des Managergehalts in Aktienpaketen steckt. Aber eben dieser Umstand hat ja dazu geführt, dass kaum mehr nachhaltig gewirtschaftet wird und stattdessen Aktienkurse künstlich hinaufgepeitscht werden.
Wenn einer Führungskraft schon die Relation von angemessenem und unangemessenem Gehalt abhanden kommt, braucht es dieses Korrektiv eben an anderer Stelle: Im Unternehmen selbst, den diversen Interessensvertretungen und in den Medien.
Wenn der „Top Manager of the Year“ gewählt wird, könnte doch auch der „Rohrkrepierer of the Year“ ausgemacht werden. Was es braucht sind Bilanzen, die die Aspekte eines nachhaltigen Unternehmenserfolgs aufzeigen – daran sollte sich in Zukunft die Leistungsorientierte Bezahlung für Manager orientieren.
Dann wäre die Welt auch nicht unmittelbar besser - aber mit überzogenen Gehältern wäre möglicherweise Schluss.
Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.
Bisher erschienen:
27. Jänner: Wer braucht die Liberalen?
22. Jänner: Nichtwähler.Kein ganz neues Phänomen.
17. Jänner: Mehrheitswwahlrecht - Eine Debatte geht am Thema vorbei!
15. Jänner: Die Schwamm-drüber-Politik
10. Jänner: Es darf menscheln
8. Jänner 2008: Das Wahljahr 2008
20. Dezember: Ein Jahr Rot-Schwarz
18. Dezember: Transparenz und Politik. Ein Widerspruch?
13. Dezember: Die Verantwortung ist schwer zu tragen.
11. Dezember: Die Politik auf der Pflegestation.
6. Dezember: Mehr Privat, weniger Staat
4. Dezember: Die EM 2008 und die Politik
29. November: Unser Heer
27. November: Das Grüne Ich bin Ich.
22. November: Frauen sollen länger arbeiten.
20. November: Spenden, gerne - aber bitte transparent!
15. November: Die Große Koalition enttäuscht
13. November: Die armen Pensionisten
8. November: Schuldebatte II: Der Kanzler ist da!
6. November: Schuldebatte: Wo ist der Kanzler?
25. Oktober: Die Freunde der Wiener Polizei
23. Oktober: Von Gewinnern und Verlierern
18. Oktober: Das zahnlose Parlament
16. Oktober: Die neue konservative Elite
9. Oktober: Der Fall Arigona verändert das Land!
4. Oktober: Kinder, Kinder
2. Oktober: Politische Perspektiven
27. September: Illegal, legal, egal
25. September: Weg mit dem NS-Verbotsgesetz?
20. September: Alt gegen Jung. Der Verteilungskampf hat längst begonnen.
18. September: Macht braucht Kontrolle auf Steirisch
14. September: Müssen Grüne radikal sein?
12. September: Was sich so linke Familienpolitik nennt
6. September: Die wehrhaften Christen
4. September: Sommerliche Gespräche
30. August: Sommerloch im Niveau-Tief
19. Juli: Dinkhauser gegen Bauernbund, das ist Brutalität
17. Juli: Runter mit den Steuern!
12. Juli: Politik als Infotainment
10. Juli: Kindergeld - Reality Bites
5. Juli: Geben ist seliger als nehmen
3. Juli: Bündnis ohne Zukunft
28. Juni: Die Große Koalition demontiert sich selbst
26. Juni: Eurofighter, letzter Akt
21. Juni: Politikverdrossenheit ist kein Schicksal!
19. Juni: Wie doppelbödig darf Politik sein?
14. Juni: Opportunismus made in Austria
12. Juni: Wahlen in Europa - Das Pendel schlägt nach rechts
7. Juni: Grüne - Ist da jemand?
5. Juni: Phänomen FPÖ
31. Mai: Last exit Mehrheitswahlrecht
29. Mai: Withalm, Graff und Missethon oder der Niedergang der Generalsekretariate
24. Mai: Kampfzone Feminismus
22. Mai 07: Stell Dir vor, es sind Wahlen und keiner geht hin
17. Mai 07: Zuwanderungsland Österreich
15. Mai 07: Wie ernst nimmt sich noch die SPÖ?
10. Mai 07: Quo vadis ÖVP?
8. Mai 07: Preisschnapsen um Eurofighter
3. Mai 07: Hält das Demokratiepaket, was es verspricht?
31. April 07: Koalitionszwist Gesamtschule: Lehrbeispiel für fehlenden Leadership
26. April 07: Andrea Kdolsky: CliniClown oder Pausenclown?
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