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Dagegen

Wenn wir saufen und rauchen dürfen, warum nicht auch kiffen? Bernhard Amann erklärt, warum er gegen das Cannabisverbot in Österreich ist.

Alkohol und Nikotin sind in Österreich staatlich erlaubte Drogen. Cannabis ist seit 1961 verboten. Weit mehr als eine halbe Million Menschen konsumieren in Österreich gelegentlich Cannabis. Sie genießen ihr Kraut wie andere Flüssiges aus Hopfen und Malz oder edlen Reben. Wie alle psychoaktiven Substanzen hat auch Cannabis Auswirkungen auf die Gesundheit – diese sind aber weniger schwerwiegend als jene von Alkohol und Nikotin. Cannabis kann weder zum Tod noch zu körperlicher Abhängigkeit führen. Cannabis ist keine „Einstiegsdroge“: Es gibt keinen wissenschaftlich nachweisbaren Kausalzusammenhang, dass auf Cannabiskonsum der Umstieg auf Heroin folgen muss. Zahlreiche Studien kamen zu der Erkenntnis, dass zwei bis fünf Prozent der Konsumenten später bei harten Drogen landen und in diesen Fällen der veränderte Konsum nicht auf Cannabis zurückzuführen sei.

Ein Zusammenhang darf aber nicht übersehen werden: Die Gesetzeslage zwingt die Konsumentinnen und Konsumenten auf den Schwarzmarkt. Dort wird ihnen neben Cannabis auch Härteres angeboten. Kein Wunder, dass das größte Interesse am gesetzlichen Verbot die internationale Kriminalität hat, denn der illegale Handel garantiert satte Gewinne. Je höher die Strafe, desto höher die Preise und damit die Gewinne. Das staatliche Cannabisverbot entspricht längst nicht mehr der gesellschaftlichen Entwicklung. In den vergangenen vierzig Jahren hat sich Cannabis neben Alkohol und Nikotin als Droge unseres Kulturkreises etabliert. Dieses Faktum durch staatliche Verfolgungsbürokratie umkehren zu wollen ist ein sinnloses Unterfangen und beschneidet Bürger- und Bürgerinnenrechte in untragbarer Weise. Neben der Entmündigung der Menschen kostet das Verbot die Steuer Zahlenden jährlich Millionenbeträge im mehrstelligen Bereich.

In Österreich werden jährlich etwa 20.000 Anzeigen aufgrund von Besitz und Weitergabe von Cannabis gestellt. Vorwiegend handelt es sich dabei um Eigenkonsum und Kleinstmengen. Mit einer Anzeige wird ein Apparat in Gang gesetzt, der seinesgleichen sucht. Neben der Exekutive werden die Staatsanwaltschaft, die Justiz, die Gesundheits- und Führerscheinbehörden sowie psychosoziale Beratungsstellen für meist unnötige Therapieauflagen eingeschaltet. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Kriminalisierung wie unter anderem Arbeitslosigkeit, Schulrauswurf, Konflikte im persönlichen sozialen Umfeld und Stigmatisierung ist ebenfalls enorm.

Daher fordern wir die Straffreistellung für Anbau, Handel und Besitz von Cannabis, einen staatlich reglementierten Handel mit Cannabisprodukten unter Erschließung einer neuen Quelle für Staatseinnahmen, eine verstärkte Forschung und Aufklärung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabiskonsum und die Anstrengung aller, jene Ursachen zu beseitigen, die zum Missbrauch von Drogen führen!

Link: Legalisieren.at



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