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Erz am Sand

Einst war es nicht nur der Stolz der Obersteiermark, sondern ganz Österreichs. Heute ist Eisenerz die erste Stadt, die zurückgebaut wird, weil keiner mehr dort leben will. Rundgang in einem Ort, der sterben muss, um zu überleben.

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Text: Birgit Wittstock
Fotografie: Martin Fuchs
Auf dem vergilbten Poster, das er mit breiten braunen Klebestreifen an der Innenseite der Tür befestigt hat, greift sich eine barbusige Rothaarige zwischen die Beine. Flachgetretene Gösser-Dosen zwischen Fetzen alter Zeitungen, Eierschalen, schmutzigen Socken, leeren Memphis-Packerln: Das 25 Quadratmeter große Zimmer ist ein einziger Hindernisparcours aus Müll. „Ich komm nicht zum Aufräumen“, sagt Luis Neiss.

Schon lange nicht mehr. Der weiße Lack vom alten Krankenhausbett, in dem er schläft, ist teilweise abgeblättert, die unbezogene Matratze voll mit getrocknetem Sperma und Bierresten. Seit acht Jahren wohnt hier Luis Neiss, 60, ehemaliger Bergarbeiter, arbeitslos: „Ich bin hergezogen, nachdem sich meine Frau und ich getrennt haben.“

Draußen vor der Tür seiner Ein-Zimmer-Wohnung, in den Gängen des ehemaligen Altersheims, in dem er lebt, gefriert der Atem. Beheizt werden nur mehr die vermieteten Räume. Vier von 30. Pro Etage gibt es eine Toilette und eine Abwasch. Zum Duschen oder Baden muss Neiss in den Keller des dreistöckigen Baus gehen. Vom Leben erwartet er sich nichts mehr. „Ich gehe jeden Tag zur Tankstelle die Zeitung lesen und mein Bier trinken. Das kostet dort nur zwei Euro und nicht 2,60 wie beim Wirten. Um halb drei bin ich wieder zu Hause und tu fernschauen. Das reicht mir.“ Luis Neiss wartet aufs Sterben.

Wie die Stadt, in der er sein ganzes bisheriges Leben verbracht hat. Eisenerz, ob seiner blühenden Industrie einst der Stolz der Obersteiermark, ist in den vergangenen 50 Jahren von einer 13.000-Einwohner-Stadt zu einem 5.000-Seelen-Dorf geschrumpft. Auf einem Gemeindegebiet, das nahezu gleich groß ist wie Graz. Die einen ziehen weg, weil sie keine Arbeit mehr finden. Die anderen sterben.

Luis Neiss

Auf dem Friedhof am Hang des Pfaffensteins, der das Tal im Osten eingrenzt, stecken zehn neue Holzkreuze in der Erde frisch aufgeschütteter Gräber. Die Sterbedaten fallen alle ins heurige Jahr. Die Stadtapotheke nennen sie hier scherzhaft „Pensionistendisco“. Zurückgeblieben sind die Alten: 40 Prozent der auf vier Katastralgemeinden – neben der namensgebenden Gemeinde noch Krumpental, Münichtal und Trofeng – verteilten Eisenerzer sind heute über 60 Jahre alt. Damit hat die Stadt den höchsten Altersdurchschnitt aller österreichischen Gemeinden. Weil in zehn Jahren mehr als die Hälfte der insgesamt 3.846 Wohnungen in Eisenerz leer stehen werden, hat man jetzt den Rückbau der Stadt begonnen. Soll heißen: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik wird eine Stadt ab- statt aufgebaut. Der Rückbau soll das Land Steiermark geschätzte 5,2 Millionen Euro kosten.

„Das Geld dafür ist fix zugesagt“, sagt Bürgermeister Gerhard Freiinger (SPÖ), der Eisenerz seit vier Jahren vorsteht und sich sichtlich bemüht, auch dann besonders locker zu wirken, wenn es um schlimme Dinge geht. Zum Beispiel um seine Stadt. „Es gibt keine Alternative zum Rückbau. Wenn ich heute durch die Stadt gehe, komm ich jedesmal mit einer Depression heim“, sagt Freiinger. Der gebürtige Grazer, seit 1991 Direktor der Eisenerzer Musikschule, hat ein schweres Erbe angetreten. „Mir ist es schleierhaft, warum vorher nichts passiert ist“, sagt er. Er fühle sich „wie ein Chirurg, der einen Schwerverletzten wieder zum Leben erwecken soll“, meint der Bürgermeister. Beginnen wird die Amputation dort, wo Leute wie Luis Neiss wohnen.

„Von diesen Gebieten haben wir uns geistig schon verabschiedet“, sagt Gerhard Freiinger. „Die Leute müssen nicht ausziehen. Wir warten, bis sie sterben, und dann reißen wir die Häuser ab.“ Über die Lebensbedingungen jener paar Menschen, die heute noch in den ehemals für Bergarbeiter aufgestellten Mietskasernen aus den Vierzigern leben, sagt der 50-Jährige: „Solche Verhältnisse finden Sie hier in Abstufungen überall.“ Und was konkret die Bewohner des ehemaligen Altenheims in Münichtal – dem Stadtteil mit den meisten leerstehenden Häusern – betrifft, meint Freiinger: „Mit denen ist nichts mehr anzufangen. Oder wollen Sie denen etwa eine Neubauwohnung geben?“

Das Haus, in dem Luis Neiss auf den Tod wartet, liegt an der Hieflauer Straße, die alle vier Stadtteile von Eisenerz miteinander verbindet. Die Münichtal-Siedlung, zu der es gehört, beginnt erst einen Kilometer weiter. Der Spar auf der gegenüberliegenden Straßenseite wirkt angesichts der trostlosen Umgebung wie eine Fata Morgana. „Werkbad“ steht in Buchstaben aus Blech auf der Hauswand von Neiss’ Zuhause. Das Gras auf dem umliegenden Grundstück steht hoch, der grüne Maschendrahtzaun ist teilweise niedergerissen, die Fensterscheiben mit Fliegendreck verschmiert. Das Haus ist Eigentum der GIWOG, der Gemeinnützigen Industrie-Wohnungs-AG, der zweitgrößten Siedlungsgenossenschaft von Eisenerz.

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Seit es nicht mehr als Altenheim genutzt wird, vermietet die Siedlungsgenossenschaft die Räume monatsweise an Zeitarbeiter oder an jene, die sich nicht mehr leisten können. Drei Nachbarn hat Luis Neiss noch. Zwei alte Frauen, die sich praktisch nie zeigen, und einen Mittfünfziger, der sich dem Suff ergeben hat. „Der wohnt ganz unten und gibt in der Nacht über die Heizungsrohre Klopfzeichen. Ich schrei dann immer, dass er damit aufhören soll, weil ich sonst zu ihm nach unten komme“, sagt Neiss in tiefstem Stoasteirisch, schiebt sich die weiß-blau gestreifte Skimütze aus der Stirn und nimmt einen kräftigen Zug von seiner Memphis.

Ans Ausziehen denkt er trotz allem nicht im Traum. „Schließlich kostet das Zimmer nur 150 Euro Miete.“ Einst sei er Bergmann gewesen, erzählt Neiss. Drei Jahre hat seine Lehre am Erzberg gedauert, dann musste er zum Bundesheer, als Funker. Später hat er in einem Labor im Akkord Chemikalien auf Proben getropft, danach Strommasten aufgestellt. „Natürlich war früher alles besser. Aber wie’s heute ist, ist es auch in Ordnung.“ Manchmal trifft er noch seine 21-jährige Tochter. Dann spendiert er für seinen einjährigen Enkel eine Großpackung Windeln.

Die Glocke des Schichtturms, der sich über dem Stadtzentrum erhebt, hat auch Luis Neiss nicht mehr läuten gehört. Seit 1581 hatte sie den Arbeitsbeginn der Bergmänner angekündigt. Ende der Dreißigerjahre zum letzten Mal. Der Erzberg, der einstige „steirische Brotlaib Österreichs“ kann heute nicht einmal mehr die Eisenerzer ernähren. 9.000 Menschen hatten während des Zweiten Weltkriegs am Erzberg geschuftet, um den Bedarf der deutschen Rüstungsindustrie zu decken. Ab 1943 waren tausende Zwangsarbeiter eingesetzt, weil die heimischen Bergmänner an der Front kämpften. In den Fünfzigern zählte das mittlerweile zur Stadt erhobene Eisenerz rund 13.000 Einwohner. Ein gutes Drittel von ihnen arbeitete am Berg. Die Arbeiter höhlten ihn weiter aus und sprengten die heute berühmten Stufen hinein. Den Erzabbau betreibt seit 1973 die Voest Alpine Erzberg GmbH, die seinerzeit mit der Österreichischen Alpinen Montangesellschaft fusionierte. Heute beschäftigt sie noch 220 Mitarbeiter.

Direkt am Berg arbeiten nur mehr 140. Rund zwei Millionen Tonnen Erz jährlich bauen sie noch ab. In spätestens zwölf Jahren wird nach Schätzung von Experten mit dem Erzabbau in der Region endgültig Schluss sein. Der Eisengehalt ist schon heute zu gering, um am Weltmarkt zu bestehen. So erweist sich die Geschichte von Eisenerz heute buchstäblich wie sprichwörtlich als eine des Abbaus: Erst war es das Erz, später waren es die Arbeiter. Heute trifft es die Einwohner.

Rainer Rosegger kennt die Geschichte des Ortes nur zu gut. Und deshalb denkt er heute lieber über die zukünftigen Generationen von Eisenerzern nach. Der 32-jährige Soziologe, Geschäftsführer der Grazer Agentur Scan, ist Mitentwickler des Projekts „re-design eisenerz“, an dem über den Trägerverein „Wohnen Eisenerz 2021“ Gemeinde, Landesregierung, der Wohnbund Steiermark und jene vier Siedlungsge- nossenschaften beteiligt sind, denen die meisten Gebäude in der Stadt gehören.

Vor über vier Jahren begann Rosegger, die Zukunft von Eisenerz zu planen. Damals hatte er im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie eine Studie über eine Sanierung der Europasiedlung im Stadtteil Eisenerz im Zentrum der Stadt entwickelt. Ergebnis: Eine solche macht keinen Sinn mehr. Rosegger und sein Kollege, der Grazer Architekt Werner Nussmüller, wollten sich damit nicht zufrieden- geben. „Wir hatten die Situation mit den ‚shrinking towns‘ in Ostdeutschland mitbekommen und fanden, dass es interessant wäre, dieses Rückbaumodell in Österreich anzuwenden“, sagt Rosegger.

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Also gingen sie zur steirischen Landesregierung. Es dauerte ein Jahr, um alle an einen Tisch zu bekommen und schließlich den Trägerverein „Wohnen Eisenerz 2021“ zu gründen. Der Plan sieht vor, bis zum Jahr 2021 rund 700 leerstehende Häuser abzureißen, die Bewohner aus abgelegenen Stadtteilen in zentrale Lagen umzusiedeln, die alten Gebäude im Zentrum zu renovieren und damit attraktive Standorte für Klein- und Mittelbetriebe zu schaffen.

Seit im Sommer der Abriss begonnen hat, fährt Rosegger zweimal in der Woche die 83 Kilometer von Graz nach Eisenerz. Dienstags und freitags setzt er sich zwischen zehn und fünf beziehungsweise drei in sein Büro in der Altstadt, um sich die Wünsche, Sorgen und Beschwerden der Leute anzuhören. Seit Ende vergangenen Jahres wechselt er sich bei der Arbeit mit seiner Schwester Elisa ab. Sie ist Mitarbeiterin des Wohnbundes Steiermark und für die Beratung und Koordination vor Ort zuständig. Das Interesse hält sich in Grenzen. Täglich kommen zwei bis drei Eisenerzer in ihr Büro. An guten Tagen vier oder fünf. „Man kann aus ehemaligen Industriearbeitern nicht von heute auf morgen Dienstleister machen“, sagt Elisa Rosegger.

„Manche regen sich fürchterlich auf und sagen, sie wollen auf keinen Fall umziehen. Andere wieder suchen Hilfe beim Umzug“, erzählt die 25-Jährige. „Die grundsätzliche Einstellung der Eisenerzer war, wir brauchen keine Leute, die von woanders kommen und uns erklären, was wir zu tun und zu lassen haben.“ Mittlerweile habe sich das geändert. Obwohl die Zahl Übersiedlungswilliger mehr als bescheiden ist: Rainer und Elisa Rosegger bereiten derzeit den Umzug von drei Leuten vor.

Vor der Tür des kleinen Büros wird gerade mit viel Schnaps der Faschingsdienstag begossen. An der Glasfront kommen ein Dutzend Leute vorbei, Clowns und Männer in Fußballdressen mit roten Nasen und bunten Perücken. Sie ziehen einen Holzleiter- wagen mit einer Musikanlage, aus der schwer verdauliche Discoklänge dröhnen. „Re-design-Flüchtlinge“ steht auf dem Wimpel, der vom Leiterwagen hängt. Auf dem nackten Plastikhintern, den einer der Clowns umgebunden hat, steht in großen schwarzen Buchstaben „Aufbruch-Umbruch-Abbruch“. Galgenhumor à la Eisenerz.

Die Faschingskarawane zieht weiter. Vorbei an den bröckelnden bunten Fassaden der Altstadt, den verschnörkelten Barocktürmchen, den leeren Auslagen. Vorbei am Kaufmannsladen, hinter dessen schmutzigen Fenstern drei Packungen Fewa-Woll- waschmittel in der Sonne verbleichen und drei alte Kerosinlampen an die goldenen Zeiten des Erzabbaus erinnern. Vorbei an der „Faschingsbar“, deren schmiedeeiserne Gittertore mit dickem Stahlkabel und Vorhängeschloss verriegelt sind. Sie hat geschlossen.

Rund 23 Millionen Euro Förderungen vom Land Steiermark wollen die Roseggers mithelfen aufzustellen, um den Umzugswilligen gleichwertige Wohnungen in attraktiveren Teilen anzubieten. „Die EU fördert leider nur Wachstums-, aber keine Schrumpfungsmaßnahmen“, sagt Rainer Rosegger. Bis zum kommenden Sommer soll über die Finanzierung entschieden werden. „Sollten wir weniger Geld bekommen, müssen wir uns überlegen, wie man das Ganze in einem kleineren Maßstab machen kann. Wichtig ist mir vor allem eine Einwohnerverdichtung in Richtung Altstadt.“ Allen voran im sonnenbegünstigten Trofeng am Fuße des rund 1.900 Meter hohen Pfaffenstein.

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Anita Schiller und ihrem Mann Werner steht der Umzug dorthin bald bevor. „Gezwungenermaßen“, wie sie finden. Sieben Jahre lang haben sie mit ihren beiden Töchtern in einem sogenannten „Eisenbahnerhaus“ in der Altstadt gewohnt, in dem früher Mitarbeiter der ÖBB ihre Dienstwohnungen hatten. 61 Quadratmeter für 286 Euro im Monat. „Wenn’s nach uns gegangen wäre, wären wir dort geblieben“, sagt Anita Schiller. Dann hieß es plötzlich, dass ihr Mietvertrag im Sommer 2008 gekündigt werde. Die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH wolle das Haus abreißen.

Die Schillers haben deswegen etwas für Eisenerzer Untypisches getan: Sie haben ein Haus gekauft. In Eisenerz wohnen 79 Prozent der Menschen zur Miete. Vorwiegend in den alten Mietskasernen, die sich über die ganze Stadt verteilen. Nicht einmal jeder fünfte von heute noch 5.000 Einwohnern darf sich Hauseigentümer nennen. Auch ein Erbe der industriellen Vergangenheit: Bis Mitte der Achtziger lebten die Arbeiter der damals noch verstaatlichten Voest fast ausnahmslos in den Häusern der Siedlungsgenossenschaften.

37.000 Euro haben die Schillers für das Haus bezahlt. Viel werden sie noch investieren müssen: Das zweistöckige Gebäude in einer langen Häuserzeile ist eine Ruine, Strom- und Wasserleitungen müssen neu verlegt werden. Ohne die Hilfe von Anita Schillers 61-jährigem Vater und anderen Verwandten unmöglich. In Blaumännern stemmen Vater und Onkel die Wände auf, während sie sich nervös mit der Hand übers Gesicht fährt. Die Teilzeitangestellte eines Tapetengeschäfts hat Geldsorgen.

Bis vor sechs Jahren war ihr Mann als Schlosser beim Windschutzscheibenhersteller Pilkington Automotive Austria GmbH angestellt, nach der Voest Alpine Erzberg GmbH (VAEG) der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt. Ursprünglich war das Werk 1983 von der VAEG unter dem Namen Voest Alpine Glas GmbH gegründet worden, um jene Ersatzarbeitsplätze zu schaffen, die am Erzberg verloren gegangen waren. 1992 wurde die Voest Glas GmbH an den britischen Pilkington-Konzern verkauft. 1.100 Euro netto hat Werner Schiller damals verdient. „Nicht die Welt, aber für ein beschauliches Leben mit gemeinsamen Abenden in der Gartenlaube im Hinterhof des Eisenbahner- hauses hatte es allemal gereicht. Dann hat es plötzlich geheißen, dass die Firma geschlossen wird“, erzählt Schiller. Werner Schiller wollte nicht auf seine Entlassung warten, also bewarb er sich bei der Maschinen-Service Erzberg GmbH (MSE) und kündigte beim Glashersteller.

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Rechtzeitig, wie sich zeigte: Von den 118 Mitarbeitern wurden 48 entlassen. „Weil Pilkington wie die Voest ein Global Player ist“, sagt Stefan Petermann, heute Geschäftsführer der VAEG und früher selber in führender Managementposition bei Pilkington tätig. „Es gab damals Überlegungen, die Produktion aus Kostengründen nach Osteuropa zu verlegen.“ Man habe den Standortwechsel aber schließlich doch aufgeschoben. „Der Standort Eisenerz ist weiterhin schwierig zu halten, und die Mitarbeiter wissen das“, sagt Petermann.

Werner Schiller arbeitet seit der Krise für die MSE als Bergarbeiter in den Stollen in Hallstatt und Altaussee. Pendelt, je nach Bedarf, nach Kärnten oder Oberösterreich: zehn Tage auf Montage, vier Tage frei. Für die Familie bleibt nicht viel Zeit. Anita Schiller steht in ihrem zukünftigen Wohnzimmer mit den unverputzten, aufgerissenen Wänden und starrt zum Fenster hinaus auf den verschneiten Gipfel des Pfaffenstein: „Zu Eisenerz fällt mir nur mehr eines ein: Traurigkeit.“ Die junge Generation findet für den Zustand ihrer Heimatstadt deftigere Worte.

„Die Stadt is a Schas“, sagt Udo Piswanger, der betont lässig an der Bar des Jugendclubs MSC in der Altstadt lehnt – heute der einzige Ort in Eisenerz, an dem sich junge Leute abends treffen können. „Ich glaub nicht mehr daran, dass hier noch irgendwas passieren wird. Vom Umbau reden’s schon so lang, und passiert ist immer noch nix.“ Piswanger arbeitet seit fünf Jahren als Elektroniktechniker bei der VAEG. „Solang die Arbeit passt“, will der 20-Jährige in Eisenerz bleiben. Die 17-jährige Janine Leitner, die hinter der Bar Bier und Alcopops ausschenkt, will dagegen nur eines: weg. Nach der Matura am hiesigen Bundesoberstufenrealgymnasium – neben der HAK die einzige höhere Schule in der Stadt – will sie Innenarchitektur studieren, in Graz oder Wien: „In Eisenerz gibt es für mich keine Zukunft. Hier gibt’s ja nicht mal ein Kino oder einen McDonald’s.“

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Als Alternative bliebe immer noch pendeln. Aber selbst damit hat Eisenerz ein Problem, und das heißt Präbichl: jener 1.226 Meter hohe Gebirgspass, der Eisenerz im Südosten von der Nachbargemeinde Vordernberg trennt und im Winter oft zur unüberwindbaren Hürde wird. Im Winter vor zwei Jahren war die Stadt für fünf Tage zur Gänze von der Umwelt abgeschnitten. „Die Leute haben damals regelrechte Hamsterkäufe veranstaltet“, erzählt Janine Leitner. Die öffentliche Anbindung der Stadt hilft auch nicht weiter: Der letzte Bus in die Bezirkshauptstadt Leoben verlässt Eisenerz um fünf Uhr nachmittags. In einem großen, holzvertäfelten Hinterraum mit grafittibesprühten Wänden spielt Sara Sadiker mit einer Freundin Billard. Sie will als eine der wenigen hierbleiben: Heirat, Haus und Kinder – davon träumt die 17-Jährige.

Mir taugt’s, wenn ich die Leut kenn“, sagt Sadiker. „Der Großteil von den Jungen würde schon gerne dableiben“, meint auch Clubbetreiber Roland Schneider. Über die Zukunft seiner Klientel macht sich der 49-jährige Vater eines Sohnes dennoch keine Illusionen mehr: „Mehr als Verkäuferin ist in Eisenerz nicht drin, wenn überhaupt. Die Studierten finden hier nichts.“

Vor sechs Jahren hat er das Lokal aufgemacht und es „MSC“ getauft, kurz für Motorsportclub. Weil die Biker zunehmend ausblieben, dafür aber umso mehr Junge kamen, machte er 2004 kurzerhand ein Jugendzentrum daraus. Zwischen seinen Früh-, Tag- und Nachtschichten am Erzberg, wo Schneider die Schwerflüssigkeits- anlage kontrolliert, steht er mit seiner Frau Waltraud 365 Tage im Jahr hinter der Bar des Clubs, spielt mit den Jugendlichen Billard oder auf der blauen Couch mit der Xbox. Schneider ist ein Einzelkämpfer: Finanziert hat er den MSC aus der eigenen Tasche. „Ich tät’s nimma“, sagt er und streicht sich die schulterlangen Haare hinter die Ohren. Er sieht müde aus. „Aber ich kann nimma zusperren. Was sagen dann die Leute?“

Das Projekt „re-design eisenerz“ sieht die Umrüstung der Stadt zum Fremdenver- kehrsmekka vor. Im Frühjahr werden seit ein paar Jahren auf den steilen Terrassen des Erzbergs Enduro- und Moutainbikerennen gefahren. Im Winter soll Eisenerz zum Wintersportort werden. Aber auch hier spießt es sich: Es gibt kaum Fremdenzimmer, weil auch die Mehrzahl der Hotels mittlerweile längst geschlossen hat. „Du bringst keinen ganzen Bus mit Leuten in Eisenerz unter. Und von den paar Zimmervermie- tungen, die es noch gibt, haben viele die Toilette am Gang“, sagt Walter Teschinsky. Auch an der Gastronomie hapere es. „Das Essen ist schon ganz passabel, aber es sind eben nur Einheitsmenüs.“

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Ideen und Pläne habe es schon unzählige gegeben, aber die seien „jahrelang verschlampt“ worden, sagt der Pensionist. „Man hört ständig, was alles in Planung ist. Es wird viel geredet, aber wissen tut man nichts.“ Der 66-Jährige versteht den Frust der Jungen. Dass Teschinsky gebürtiger Wiener ist, hört man nicht mehr, wenn er in breitem Steirisch davon erzählt, wie er 1944 im Alter von zweieinhalb Jahren mit seinem um sieben Jahre älteren Bruder und seiner Mutter vor den Bomben der Alliierten in den Nachbarort Gams bei Hieflau geflohen ist. Erinnern kann er sich nicht mehr daran. Er ist in Eisenerz aufgewachsen und zur Schule gegangen. Zuerst hat er die Hauptschule unten beim Leopoldsteinersee besucht, dann ist er, „so wie fast alle damals“, mit 14 zum Arbeiten am Erzberg eingerückt.

„Die, die Geld gehabt haben, sind damals schon weggezogen, haben die HAK gemacht und sind dann studieren gegangen“, meint er. Aus Teschinsky wurde ein Elektriker. In den ersten zwei Jahren seiner Lehrzeit in den Fünfzigern wurden die Bagger, die das Erz aus den Stollen zutage brachten, noch mit Dampf betrieben. Dann wurde auf Elektrik umgestellt. Und Teschinsky hatte alle Hände voll zu tun, um in den kilometer- langen Tunneln Kabel für die Beleuchtung zu verlegen.

27 Jahre lang hat er, abwechselnd in der Früh-, Spät- oder Nachtschicht, in den Stollen gewerkt. „Mit 51 haben sie mich heimgeschickt. Sie haben mich nicht mehr gebraucht.“ Die darauffolgenden neun Jahre bis zu seiner Pensionierung 2002 hat Teschinsky vom Staat eine Sonderunterstützung erhalten. „Die Situation ist heute schwierig, weil wir immer weniger werden hier“, sagt er. Ans Wegziehen hat er trotzdem nie gedacht. Auch wenn es in Eisenerz heute „praktisch an allem fehlt“, sagt er und streicht nachdenklich mit der Hand über die orange-rot gemusterte Zierdecke, die auf dem Holztisch der Eckbank seiner Wohnküche liegt.

Die 45 Quadratmeter große Wohnung in einer der Häuserzeilen in der Münichtal- Siedlung ist gut geheizt. Auf der Anrichte der Küchenzeile, drei Armlängen von der Eckbank entfernt, heben sich Orchideen in Weiß und blassem Rosa vom beschneiten Berggipfel hinter dem Fenster ab. Seit 33 Jahren wohnt Walter Teschinsky mit seiner zwei Jahre jüngeren Frau Christa am nördlichen Stadtrand von Eisenerz. Reihe um Reihe ziehen sich die einstöckigen Häuserzeilen über den Hügel. Vor den ockerfarbenen Gebäuden mit dem abblätternden Verputz parken nur noch wenige Autos, viele Fensterscheiben sind trüb vor Schmutz, gesprungen oder eingeschlagen. Mehr als die Hälfte der Häuser stehen leer. Auch in dem Block, in dem die Teschinskys wohnen, sind nur noch zwei von vier bewohnt.

Die WAG, die Linzer Wohnanlagen GesmbH, die die Häuser besitzt, möchte die Mieter loswerden. Die ehemaligen Arbeiterquartiere sollen abgerissen werden. Aber: „Wer geht denn schon gerne, wenn er’s so schön hat“, sagt Walter Teschinsky. Die Aussicht, Wohnung und Hobbyraum zu verlieren, tut weh. Letzteren hat er sich im Keller des Hauses eingerichtet, wo er sich zwischen selbst gebranntem Ribiselschnaps, Berglampen und Erzbrocken, die ihn an die Arbeit in der Grube erinnern, die Zeit vertreibt. Trotzdem stehen er und seine Frau dem Projekt „re-design eisenerz“ für Eisenerzer Verhältnisse relativ offen gegenüber. „Wir wollen hier schließlich nicht die Letzten sein, die das Licht ausmachen.“




mauese3Frage an die Maus: Welche Gemeinden schrumpfen in Österreich?

Der Verfall von Eisenerz ist in der Steiermark keine Ausnahmeerscheinung: Sieben jener zehn österreichischen Gemeinden, die in den vergangenen fünf Jahren am stärksten geschrumpft sind, liegen in diesem Bundesland. Zwei davon, Hieflau und Vordernberg, sind direkte Nachbargemeinden von Eisenerz. Bis in die Siebziger lebte noch jeder dritte Steirer in der Obersteiermark. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts soll nur mehr ein Viertel der heute 1,2 Millionen Steirer dort leben. Dass die Obersteier- mark ihre Bewohner verliert, liegt vor allem am Arbeitsplatzabbau der dort angesiedelten Schwerindustrie. Die Jungen ziehen in die Städte, die Geburtenraten sinken. Am stärksten betroffen sind die Bezirke Murau und Leoben, zu dem auch Eisenerz gehört.

Gewinner der heimischen Bevölkerungswanderung ist das Bundesland Niederöster- reich. Besonders jene Gemeinden um Wien, die im sogenannten Speckgürtel rund um die Hauptstadt liegen, haben in den vergangenen Jahren stark an Einwohnern zugelegt. Das rund 30 Kilometer südöstlich von Wien gelegene Haslau-Maria Ellend im Bezirk Bruck an der Leitha konnte mit 33 Prozent Bevölkerungszuwachs in den vergangenen fünf Jahren die meisten Zuzüge verbuchen. Gefolgt von den Gemeinden Gießhübl im Bezirk Mödling und Teesdorf im Bezirk Baden, beide ebenfalls nur ein paar Kilometer südwestlich von Wien gelegen.

Darüber, ob das Leben in diesen boomenden Orten attraktiver ist, gehen die Meinungen freilich auseinander: Helmut Fritz, der SPÖ-Bürgermeister von Haslau-Maria Ellend nennt seinen Ort eine „Schlafgemeinde“: Tagsüber ist die 1.736-Seelen-Ortschaft wie leergefegt. 95 Prozent der Bewohner sind junge Wiener Familien, die sich ein Haus im Grünen gebaut haben. Sie pendeln zum Arbeiten täglich in die Hauptstadt oder ins rund 20 Kilometer entfernte Schwechat. Das schnelle Wachstum der Gemeinde bringt aber auch Probleme mit sich. „Wir kommen mit dem Ausbau der Infrastruktur nicht nach“, sagt Fritz. Die „magische Grenze“ beziffert er mit 3.000 Einwohnern, dann würde Haslau-Maria Ellend mit der Abwasserentsorgung nicht mehr mithalten können.

krtl - 10. Jun, 02:56

......Diesen Artikel hat die Welt gebraucht......

Wie viele junge Menschen ihre Heimatstadt verlassen, habe auch ich vor 6 Jahren Eisenerz verlassen.
Noch immer bin ich der Überzeugung, dass es keinen schöneren Ort auf Erden gibt....und noch immer ist der Gedanke an die Heimat mit Wehmut verbunden.
Rückkehr nicht ausgeschlossen.

Beruflich komme ich weltweit herum.
Seit einem Jahr lebe ich in den USA- und jedesmal, wenn ich Bilder von meiner Heimatstadt herzeige, nimmt es den Leuten schlichtweg den Atem.

Leute, die einige der „großen Weltwunder“ mit eigenen Augen gesehen haben, - diesen Leuten nimmt meine kleine Stadt den Atem.

Welche andere Stadt schafft das?
Welche "wachsende" Stadt hat das zu bieten, was Eisenerz zu bieten hat?
Wo findet man eine ähnliche Landschaft, eine ähnlich schwere Geschichte und wo spürt man soviel Mystik und Zauber wie in Eisenerz?

Liebe Frau Wittstock,
In der Gier Ihren Artikel zu verfassen, haben Sie wohl all das übersehen bzw. nicht erkannt.
Sie haben sich eindeutig die größte Mühe gegeben ein schwarzes Bild von unserer schönen Bergstadt zu malen.
Auf Ihren verzweifelten Versuch auf moderne (?) Art und Weise den Artikel zu gestalten und "besonders" zu machen, will ich erst gar nicht eingehen (ich will nicht wissen, mit welchen Methoden Sie einen eingetrockneten Spermafleck identifizieren).
Ich will Ihnen nur eines mitgeben:
Mit diesem Artikel, haben sie nichts geschaffen, was nicht schon allerseits bekannt ist. Eisenerz ist eine sterbende Stadt.
Manche Journalisten haben anscheinend noch den Wunsch diesen Sterbevorgang zu beschleunigen, indem sie durch depressiv gestaltete Artikel jedem möglichen Touristen die Lust nehmen, Eisenerz zu besuchen.
Eines sollten Sie dabei aber bedenken:
Umstellungen sind immer schwer.Und auch wenn vieles in der Vergangenheit versäumt wurde, Eisenerz hat noch immer die besten Vorraussetzungen für eine Zukunft- nämlich Einzigartigkeit.
Es wäre schließlich nicht das Erste mal, dass sich der Spruch „Todgesagte leben länger“ bewahrheitet.

Ein herzliches „Glück Auf!“
aus den USA
M. Neuhold

Michi78 - 10. Jun, 21:28

Welch wahre Worte. Schön, dass du das so siehst, obwohl du schon lange von zu Hause weg bist.
Fr. Wittstock leidet offensichtlich selber an Depressionen, sonst ist man glaube ich nicht in der Lage einen Artikel deratig zu gestalten.
Grüsse aus der Heimat in die USA
Aigi87 - 10. Jun, 21:05

Horrormärchen

Ihr Artikel über Eisenerz in ihrer Märzausgabe ist eine Beleidigung
und eine Verachtung aller Bewohner dieser Stadt.
Es wurde offensichtlich nur nach solchen Beispielen gesucht. Es ist eine
Frechheit, dass dieser Artikel in der Form zur Veröffentlichung zugelassen
wurde.
Ich bin beruflich viel unterwegs, ca. 7-8 mal jährlich auch in Wien. ( Bin
also kein Pensionist, kein Arbeitsloser, kein Asozialer, und warte nicht aufs
Sterben - möchte auch nicht weg von hier !!!) Und wenn ich die ganzen
Drogensüchtigen, die Obdachlosen, Psychopathen, Bettler und Asozialen Wiens
in allen U-Bahnstationen und auf sämtlichen öffentlichen Plätzen
sehe, muss ich sagen: Nein Danke, und bin froh wenn ich wieder in unsere
schöne, wenn auch immer kleiner werdende Heimatgemeinde zurückkehren
kann.
Es stimmt dass es hier viele Probleme gibt, davor kann man die Augen nicht
verschliessen, aber die Art und Weise wie sie das ausschmücken,
übertreiben und auch noch darauf herumtrampeln empfinde ich und auch viele
andere als reine Boshaftigkeit, Übertreibung einer mehr als
unterdurchschnittlich geeigneten "Reporterin".
Wenn es die Absicht dieser Dame gewesen wäre, hier die Wahrheit
aufzuzeigen, dann hätte sie hier anders vorgehen müssen und auch nach
anderen Beispielen suchen, die es durchaus gibt !!! Das wäre ihre Pflicht
gewesen. Doch offensichtlich war die Sensationsgier und die Phantasie
grösser als der Verstand.
Es ist für eine Stadt, die gerade dabei ist, sich im Tourismus einen Namen
zu schaffen äusserst schädigend, wenn nur solche Fakten in einer
deratigen Form verarbeitet werden, und andere Tatsachen und Beispiele mit
Absicht zurückgehalten werden. DANKE !
G. Aigner

Michi78 - 11. Jun, 20:13

Knapp daneben ist auch vorbei ...

Eigentlich haben meine Vorredner schon Vieles erwähnt was hier in diesem Artikel falsch gelaufen ist. Dennoch gibt es noch Einiges zu sagen:
Diese Menschen, die sie natürlich völlig zufällig beim Spaziergang durch die Stadt getroffen haben, findet man wohl überall - nicht nur in Eisenerz.
Überall findet man Menschen wie oben genannter Luis Neiss, Jugendliche, die hinaus wollen in die grosse weite Welt... unzufriedene Mitbürger...
Natürlich hat unsere Stadt mit vielen Problemen zu kämpfen, aber eigentlich haben sie bereits gewusst was in ihrem Artikel stehen wird, bevor sie unsere Stadt besucht haben. Sie brauchten nur noch ein paar Beispiele, die in ihr Konzept passten, und fertig !
Einige Korrekturen wären:
Der Erzberg ist seit 14 Jahren !!! Schauplatz des härtesten Endurorennens der Welt, das jährlich tausende Besucher anlockt, und nicht seit ein paar Jahren werden hier Enduro-und Mountainbikerennen gefahren!
Ebenso das Schaubergwerk zählt zu den beliebtesten Ausflugzielen in der Steiermark.
Haben sie unseren schönen Leopoldsteinersee besucht?? Jedes Wochenende kommen zahlreiche Menschen über den Präbichl um sich hier bei einem Spaziergang zu erholen.
Vor allem im Herbst, wenn auf der anderen Seite des Präbichls bis Mittag keine Sonne durch die dichten Nebelschwaden dringt.
Klettersteige, Wanderwege, Langlaufloipen, Schilifte, Rodelbahn, Eislaufplatz, Vitalbad, aber davon erwähnen sie nichts, das würde nicht in ihr schlechtes Bild von Eisenerz passen.

Sie schreiben, das BORG ist neben der HASCH/HAK die EINZIGE höhere Schule in dieser Stadt. HALLO, wieviele höhere SChulen wollen sie denn noch in einer 5.000 Einwohnergemeinde ??? Neben diesen höheren Schulen gibt es noch das Nordische Ausbildungszentrum, eine Jugend-und Erwachsenenbildungsstätte, die Polytechnische Schule. Wieviele 5.000 EW-Städte haben das zu bieten?? Sind wir doch froh, dass es diese Möglichkeiten noch gibt.

Es gibt keinen Mc. Donalds und kein Kino - ach wie schrecklich. Kein weiteres Kommentar dazu.

Zur Strassensperre Präbichl:
Natürlich ist der Pass im Winter oft erschwert passierbar, aber wir leben hier eben im Gebirge, und da kommt so etwas wie auch in anderen Gebieten in Salzburg oder Tirol schon mal vor. Natürlich ist es schon eine Katastrophe für einen Flachländer wenn auf der Strasse ein paar Schneeflöckchen zu liegen kommen. Aber Gott sei Dank bricht bei uns nicht bei jedem Schneefall das Totalchaos aus, denn unsere Strassenmeisterei kann mit solchen Situationen umgehen.
Ich pendle seit 8 Jahren beruflich auswärts, arbeite ganztags, und was glauben sie wie oft ich aufgrund einer Strassensperre nicht in die Arbeit kommen konnte:
Exakt 3 mal !!!! in den ganzen 8 Jahren !!! Ich finde das Risiko wegen Grippe auszufallen ist weitaus grösser. Aber wenn es für sie eine Sensation ist, dass im Jahr 2005 der Präbichl mehrere Tage gesperrt war, dann bitte...

In Eisenerz kauft sich niemand ein Haus. Nun ja, in den letzten 3 Jahren wurden in Eisenerz 11 Einfamilienhäuser gebaut. Ist doch kein schlechter Schnitt dafür, dass hier "keiner mehr leben will", wie sie so schön schreiben. Dazu kommen noch einige Familien, die sich eine Eigentumswohnung gekauft haben. Aber das fanden sie offensichtlich nicht erwähnenswert.

Also: Ansätze in Ihrem Artikel entsprechen der Wahrheit, aber es mangelt ihnen völlig an Objektivität. Schade !
Liebe Grüsse aus unserer schönen Bergstadt
www.eisenerz.at



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