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Hajek bloggt: Grüne Vorwahlen

Eine Internet-Initiative möchte bei den Vorwahlen der Wiener Grünen mitmischen. Die ach so basis-orientierten Grünen sind 'not amused'..

FOTO: GIANMARIA GAVA

Hajek
Die Grünen haben sich immer gerne also offene Partei dargestellt, die die Basis mitreden und mitbestimmen lässt. Das ist auch aus der Geschichte der Grünen heraus zu verstehen, die ja quasi aus einer großen Bürgerbewegung entstand.

Mit den Jahren haben sich die Grünen von der Struktur den anderen Parteien angeglichen, was auch an unserem politischen System liegt. Parteifunktionäre bestimmten in immer stärkeren Maße die Listenerstellung. Parteiinterne Seilschaften wurden wichtiger.

Auch Nicht-Mitgliedern ist es möglich an parteiinternen Vorwahlen der Grünen teilzunehmen. In Offline-Zeiten war das kein Problem, denn werd geht schon zu so einem Parteitag oder sucht ein Parteilokal auf, um seine Unterstützungserklärung abzugeben.

Das Zeitalter Web 2.0 hat aber vieles verändert. So ist es eben möglich, dass sich neue Plattformen wie Grüne Vorwahlen bilden - und an Einfluss gewinnen.

Manch etablierte Grün-Mandatare sind darüber alles andere als erfreut, und man überlegt bereits Einschränkungen.

Nur, die Kuh ist aus dem Stall. Diese Bewegung kann man nicht mehr aufhalten, also sollte man sich mit den Sympathisanten - und das sind viele dieser Unterstützer - zusammentun.

Tun die Grünen das nicht, werden sich viele Wähler von ihnen abwenden.


P.S.: Der nächste Blog erscheint erst wieder am 26. Mai. Schönes, langes Wochenende!



Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.

Alle bisher erschienenen Beiträge finden Sie hier.

Alexander Blüml (Gast) - 21. Mai, 15:03

Sehr geehrter Herr Hajek,

Sie schreiben am Ende Ihres Eintrages ..."Tun die Grünen das nicht, werden sich viee Wähler von ihnen abwenden."...

Sie sollten sich jedoch auch fragen, ob nicht auch das Gegenteil passieren kann. Wenn die etwa 130 potentiellen VorwählerInnen und die etwa 150 potentiellen VertreterInnen von Migrantenorganisationen bei der Landesversammlung im November 2009 stimmberechtigt werden, könnten sich viele WählerInnen fragen, ob sie den bloßen Wahlverein "Die Grünen", der von Personen mitbestimmt wird, die nicht aktiv für die Partei einstehen, weiterhin ihr Vertrauen schenken wollen.

MfG,
Alexander Blüml
ehemaliges Mitglied der Grünen Wien

Peter Hajek - 25. Mai, 17:44

Sehr geehrter Herr Blüml,

Das 'Problem' haben aber die Grünen schon die ganze Zeit. Übrig bleibt, jetzt wo es ernst wird, ziehen sich die Grünen ins Leo zurück. Darin liegt die Gefahr.

Liebe Grüße
PH


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