Was ich lese und was nicht
Von Andreas Ivanschitz, Kapitän

Was ich lese...
Vorab muss ich all jene unter den geneigten Lesern enttäuschen, die mit dem Vorurteil behaftet sind, dass Sportler und vorzugsweise Fußballer ausschließlich die Krone, nämlich von hinten das immer langweiliger werdende Fernsehprogramm überblätternd und dann im Sportteil verharrend, lesen. Das stimmt nicht nur in meinem Fall nicht.
Zwar gehören Tageszeitungen – nicht nur kleinformatige und nicht nur das Sportressort – zu meiner täglichen Pflichtlektüre, doch greife ich wie zum Beispiel mein Mitspieler Peter Hlinka, der nicht nur ein exzellenter Schachspieler, sondern auch eine wahre Leseratte ist und vor allem von J.D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ schwärmt, sehr gerne zu einem Buch. Während mein Nationalteamkollege und burgenländischer Fast-Nachbar Dietmar Kühbauer ein großer Freund von John Irving ist, genieße ich die Werke von Paulo Coelho, von dem ich am meisten seinen Bestseller „Der Alchimist“, den ich mehrmals gelesen habe, schätze.
Als Fußballprofi ist man ständig unterwegs, verbringt Stunden in Flugzeugen oder im Mannschaftsbus. Da es dort nicht immer wirklich ruhig zugeht, greifen viele Spieler auch auf leichtere literarische Kost zurück. Bei mir ist zu diesen Anlässen meist ein Krimi des schwedischen Autors Henning Mankell mit im Gepäck. Aber oft reicht es auch nur zu Sportzeitschriften wie kicker oder SportWoche. Nicht selten willst du aber gar nichts mehr lesen, greifst lieber zum Kopfhörer und siehst dir die eine oder andere DVD an.
Auch diese Aktivität hat mich schon zu dem einen oder anderen Buch gebracht. So kam ich nach den Filmen „Der Pate“ und „Der menschliche Makel“ auf die großartigen Romanvorlagen von Mario Puzo und Philip Roth. Wohl wenig überraschend, bin ich sehr an Biografien von berühmten Sportlern interessiert. Zuletzt lag der soeben erschienene Band von und über Österreichs Fußballer des Jahrhunderts, Herbert Prohaska, auf meinem Nachttisch. Recht beeindruckt war ich auch von den Lebensgeschichten von Radlegende Lance Armstrong, Fußballzauberer Zinedine Zidane und jener des besten Kickers der letzten 30 Jahre, Diego Maradona.
Last but not least lese ich gerne im Web, wobei ich hier immer wieder auf meine eigene Website www.andreasivanschitz.com stoße, über die mich Tag für Tag zahlreiche elektronische Fanpost erreicht, die ich auch sehr gerne beantworte.
... und was nicht
Viel zu viel, das ist gar keine Frage. Es gäbe zahllose lesenswerte Bücher, die mir – und den meisten anderen – für immer verborgen bleiben werden, da das Angebot zu unüberschaubar ist und leider auch viel zu wenig Zeit bleibt. In meiner noch gar nicht so lange zurückliegenden Schulzeit – ich habe vor zwei Jahren im Oberstufenrealgymnasium Maroltingergasse maturiert – gab es im Deutschunterricht schon einige Werke, meist verteilt in Form der gelben Reclam-Hefte, die ich mir lieber erspart hätte. Das ist womöglich mit ein Grund, warum ich auch heute nicht zu klassischer Literatur greife, obwohl das wahrscheinlich nur ein Vorurteil ist.
Völlig uninteressiert bin ich hingegen an Horror- oder Psychothrillern. Ein Freund legte mir vor einiger Zeit den US-Autor Stephen King nahe, schwärmte mir von der unglaublichen Spannung in dessen Büchern vor und machte mich neugierig.
Ich habe sogar vergessen, wie das Buch, das ich mir schließlich von ihm einreden ließ, geheißen hat. Ich weiß nur, dass es mich unfassbar gelangweilt, ja fast geärgert hat. Schlaflose Nächte – wie mir geweissagt wurde – hat es nicht verursacht. Eher im Gegenteil, es hat mich abends regelrecht eingeschläfert. Daher belasse ich es bei diesem einen erfolglosen Versuch.
Nicht sein müssen auch kitschige Liebesromane, von denen man allerdings ohnehin immer behauptet, dass sie nur Großmütter lesen würden. Meine übrigens nicht. Das kann ich aus erster Hand bestätigen. Ansonsten lese ich nicht gerne Artikel über Niederlagen meiner Mannschaft oder Interviews, die ich eigentlich gar nicht gegeben habe. Obwohl das zugegebenermaßen erst einmal vorgekommen ist. Ebenso unbeliebt: Zahlscheine, die vorzugsweise mit 21 Euro für Falschparken dotiert sind, Rechnungen und manchmal mein Wochenplaner, wenn die Termine abseits des grünen Rasens mal wieder mehr Stunden in Anspruch nehmen als Training und Spiele – und für Training und Spiele geht viel Zeit drauf.
Aber auch die anderen Verpflichtungen gehören zum Beruf und machen manchmal Spaß. Ach ja – was ich noch nicht gelesen habe, ist das neue Rapid-Buch über den Meistertitel in der vorigen Saison. Aber das werde ich gleich jetzt angehen. DATUM habe ich bis jetzt auch nicht gelesen. Nicht weil ich es nicht lesen wollte, sondern weil ich die Zeitschrift nicht kannte. Das wird sich jetzt ändern. Daher danke an dieser Stelle für das Belegexemplar.
BBisherige Autoren der Reihe „Was ich lese und was nicht“ finden Sie hier.
Vorab muss ich all jene unter den geneigten Lesern enttäuschen, die mit dem Vorurteil behaftet sind, dass Sportler und vorzugsweise Fußballer ausschließlich die Krone, nämlich von hinten das immer langweiliger werdende Fernsehprogramm überblätternd und dann im Sportteil verharrend, lesen. Das stimmt nicht nur in meinem Fall nicht.
Zwar gehören Tageszeitungen – nicht nur kleinformatige und nicht nur das Sportressort – zu meiner täglichen Pflichtlektüre, doch greife ich wie zum Beispiel mein Mitspieler Peter Hlinka, der nicht nur ein exzellenter Schachspieler, sondern auch eine wahre Leseratte ist und vor allem von J.D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ schwärmt, sehr gerne zu einem Buch. Während mein Nationalteamkollege und burgenländischer Fast-Nachbar Dietmar Kühbauer ein großer Freund von John Irving ist, genieße ich die Werke von Paulo Coelho, von dem ich am meisten seinen Bestseller „Der Alchimist“, den ich mehrmals gelesen habe, schätze.
Als Fußballprofi ist man ständig unterwegs, verbringt Stunden in Flugzeugen oder im Mannschaftsbus. Da es dort nicht immer wirklich ruhig zugeht, greifen viele Spieler auch auf leichtere literarische Kost zurück. Bei mir ist zu diesen Anlässen meist ein Krimi des schwedischen Autors Henning Mankell mit im Gepäck. Aber oft reicht es auch nur zu Sportzeitschriften wie kicker oder SportWoche. Nicht selten willst du aber gar nichts mehr lesen, greifst lieber zum Kopfhörer und siehst dir die eine oder andere DVD an.
Auch diese Aktivität hat mich schon zu dem einen oder anderen Buch gebracht. So kam ich nach den Filmen „Der Pate“ und „Der menschliche Makel“ auf die großartigen Romanvorlagen von Mario Puzo und Philip Roth. Wohl wenig überraschend, bin ich sehr an Biografien von berühmten Sportlern interessiert. Zuletzt lag der soeben erschienene Band von und über Österreichs Fußballer des Jahrhunderts, Herbert Prohaska, auf meinem Nachttisch. Recht beeindruckt war ich auch von den Lebensgeschichten von Radlegende Lance Armstrong, Fußballzauberer Zinedine Zidane und jener des besten Kickers der letzten 30 Jahre, Diego Maradona.
Last but not least lese ich gerne im Web, wobei ich hier immer wieder auf meine eigene Website www.andreasivanschitz.com stoße, über die mich Tag für Tag zahlreiche elektronische Fanpost erreicht, die ich auch sehr gerne beantworte.
... und was nicht
Viel zu viel, das ist gar keine Frage. Es gäbe zahllose lesenswerte Bücher, die mir – und den meisten anderen – für immer verborgen bleiben werden, da das Angebot zu unüberschaubar ist und leider auch viel zu wenig Zeit bleibt. In meiner noch gar nicht so lange zurückliegenden Schulzeit – ich habe vor zwei Jahren im Oberstufenrealgymnasium Maroltingergasse maturiert – gab es im Deutschunterricht schon einige Werke, meist verteilt in Form der gelben Reclam-Hefte, die ich mir lieber erspart hätte. Das ist womöglich mit ein Grund, warum ich auch heute nicht zu klassischer Literatur greife, obwohl das wahrscheinlich nur ein Vorurteil ist.
Völlig uninteressiert bin ich hingegen an Horror- oder Psychothrillern. Ein Freund legte mir vor einiger Zeit den US-Autor Stephen King nahe, schwärmte mir von der unglaublichen Spannung in dessen Büchern vor und machte mich neugierig.
Ich habe sogar vergessen, wie das Buch, das ich mir schließlich von ihm einreden ließ, geheißen hat. Ich weiß nur, dass es mich unfassbar gelangweilt, ja fast geärgert hat. Schlaflose Nächte – wie mir geweissagt wurde – hat es nicht verursacht. Eher im Gegenteil, es hat mich abends regelrecht eingeschläfert. Daher belasse ich es bei diesem einen erfolglosen Versuch.
Nicht sein müssen auch kitschige Liebesromane, von denen man allerdings ohnehin immer behauptet, dass sie nur Großmütter lesen würden. Meine übrigens nicht. Das kann ich aus erster Hand bestätigen. Ansonsten lese ich nicht gerne Artikel über Niederlagen meiner Mannschaft oder Interviews, die ich eigentlich gar nicht gegeben habe. Obwohl das zugegebenermaßen erst einmal vorgekommen ist. Ebenso unbeliebt: Zahlscheine, die vorzugsweise mit 21 Euro für Falschparken dotiert sind, Rechnungen und manchmal mein Wochenplaner, wenn die Termine abseits des grünen Rasens mal wieder mehr Stunden in Anspruch nehmen als Training und Spiele – und für Training und Spiele geht viel Zeit drauf.
Aber auch die anderen Verpflichtungen gehören zum Beruf und machen manchmal Spaß. Ach ja – was ich noch nicht gelesen habe, ist das neue Rapid-Buch über den Meistertitel in der vorigen Saison. Aber das werde ich gleich jetzt angehen. DATUM habe ich bis jetzt auch nicht gelesen. Nicht weil ich es nicht lesen wollte, sondern weil ich die Zeitschrift nicht kannte. Das wird sich jetzt ändern. Daher danke an dieser Stelle für das Belegexemplar.
BBisherige Autoren der Reihe „Was ich lese und was nicht“ finden Sie hier.
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