Hajek bloggt: Radikaler Rechtsruck in Österreich? Das zielt daneben!
Die Wahlen vom Sonntag haben Österreich ins Jahr 1999 zurück gebeamt. Und abermals werden von in- und ausländischen Medien die falschen Schlüsse gezogen.
FOTOGRAFIE: Ganmaria Gava

Die vergangene Nationalratswahl brachte – vom Abschneiden Jörg Haiders mal abgesehen – das erwartete Ergebnis. Mit einem zweistelligen Ergebnis des BZÖ und dem Überholen der Grünen hatte man doch nicht gerechnet. Zählt man die Stimmen der Blauen und Orangen zusammen, stellen sie die zweitstärkste Partei in Österreich.
Diese Zahl liegt manchem schwer im Magen. Doch so einfach geht diese Milchmädchenrechnung nicht auf. Denn gerade viel ÖVP Wähler konnten diesmal mit reinem Gewissen Jörg Haider wählen, weil er eben nicht mehr bei den Freiheitlichen ist.
Während nämlich die FPÖ weiterhin eine rechts-populistische Partei ist, gibt sich das BZÖ als entideologisierter Haider-Wahlverein – quasi frei von Nebenwirkungen.
Nun werden all jene aufschreien, die Haider nach wie vor im rechten Eck sehen und auf dessen Aussagen bei Zuwanderung und Asyl verweisen. Sind die Unterschiede aber zu den beiden ehemaligen Großparteien wirklich so groß oder formulieren diese nur verdeckter wie die ÖVP oder ducken sie sich bloß weg wie die SPÖ?
Dieses Land kann gar nicht so sehr nach rechts rücken, da der gelernte Österreicher grundsätzlich ein konservativer Mensch ist. Von liberalen Gesellschaften wie in den Niederlanden oder Skandinavien sind wir Meilen entfernt – und werden es wohl auch noch ein Weilchen bleiben.
Am Sonntag haben sich verängstigte Bürger Luft verschafft. Und im Angebot ganz vorne standen eben FPÖ und BZÖ. Die Grünen waren mal eine Protestpartei, haben diese Ausrichtung aber längst aufgegeben.
Glaubt also wirklich irgendwer, dass ein knappes Drittel der Wählerschaft dem rechten Gedankengut anhängt? Wie lässt sich ein solcher Schluss angesichts der vielen freiheitlichen Jungwähler erklären? Die Headline vom radikalen Rechtruck in Österreich trifft es jedenfalls nicht.
BZÖ und FPÖ mögen dankbare Empfänger der Proteststimmen sein und auch gekonnt auf der bekannt populistischen Klaviatur gespielt haben. Den Frust und die Unzufriedenheit so vieler Österreicher haben aber überwiegend jene ausgelöst, die am Sonntag für ihr Nicht-Regieren abgewählt wurden.
Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.
Alle bisher erschienenen Beiträge finden Sie hier.
Diese Zahl liegt manchem schwer im Magen. Doch so einfach geht diese Milchmädchenrechnung nicht auf. Denn gerade viel ÖVP Wähler konnten diesmal mit reinem Gewissen Jörg Haider wählen, weil er eben nicht mehr bei den Freiheitlichen ist.
Während nämlich die FPÖ weiterhin eine rechts-populistische Partei ist, gibt sich das BZÖ als entideologisierter Haider-Wahlverein – quasi frei von Nebenwirkungen.
Nun werden all jene aufschreien, die Haider nach wie vor im rechten Eck sehen und auf dessen Aussagen bei Zuwanderung und Asyl verweisen. Sind die Unterschiede aber zu den beiden ehemaligen Großparteien wirklich so groß oder formulieren diese nur verdeckter wie die ÖVP oder ducken sie sich bloß weg wie die SPÖ?
Dieses Land kann gar nicht so sehr nach rechts rücken, da der gelernte Österreicher grundsätzlich ein konservativer Mensch ist. Von liberalen Gesellschaften wie in den Niederlanden oder Skandinavien sind wir Meilen entfernt – und werden es wohl auch noch ein Weilchen bleiben.
Am Sonntag haben sich verängstigte Bürger Luft verschafft. Und im Angebot ganz vorne standen eben FPÖ und BZÖ. Die Grünen waren mal eine Protestpartei, haben diese Ausrichtung aber längst aufgegeben.
Glaubt also wirklich irgendwer, dass ein knappes Drittel der Wählerschaft dem rechten Gedankengut anhängt? Wie lässt sich ein solcher Schluss angesichts der vielen freiheitlichen Jungwähler erklären? Die Headline vom radikalen Rechtruck in Österreich trifft es jedenfalls nicht.
BZÖ und FPÖ mögen dankbare Empfänger der Proteststimmen sein und auch gekonnt auf der bekannt populistischen Klaviatur gespielt haben. Den Frust und die Unzufriedenheit so vieler Österreicher haben aber überwiegend jene ausgelöst, die am Sonntag für ihr Nicht-Regieren abgewählt wurden.
Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.
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kein rechtsradikaler Ruck
Ihren Ausführungen ist voll beizupflichten.
Die europäischen Medien haben bereits seinerzeit "unsere" Freiheitlichen mit den rechtsradikalen Gruppen (Brandschatzung von Ausländerheimen und dgl.) in Deutschland gleichgesetzt. Die Sanktionen gegen Österreich hätten keine Grundlage gehabt, wenn richtige und ordentliche Pressearbeit erfplgt wäre.
Unabhängig wem mann die Stimme gegeben hat, sollte man zu diesem Urteil kommen.
Freue mich auf Ihren Abend nächste Woche.
mit freundlichen Grüßen
Heinrich Ruf