Hajek bloggt: Eine Lanze für die Grünen
Die Grünen haben bei der Wahl einen Prozentpunkt verloren und werden als große Wahlverlierer dargestellt. Eine Übertreibung.
FOTOGRAFIE: Ganmaria Gava

Die Grünen sind bei der Nationalratswahl vom Prestigeträchtigen dritten auf den fünften Platz zurückgefallen, was für die Partei natürlich eine Niederlage ist. Zudem hat man Wähler verloren, zu großen Teilen an das zu Grabe getragene LIF und - viel, viel schlimmer - an die Nichtwähler.
Nun schießen sich die Kommentatoren auf den angeblich so schlechten Wahlkampf der Grünen ein. Nur, das ist wie so oft ein Kurzschluss.
Die Grünen haben nach langer Zeit einen recht angriffigen Wahlkampf geführt. Slogans wie "Reiche besteuern, Mittelstand entlasten" sind schon eine Ansage.
Dazu kam die Nominierung des vormals inhaftierten Tierschützers Martin Baluch. Auch hier irren die Medien, wenn sie meinen, das hat den Grünen so geschadet. Nein, vielmehr hätten die Grünen auf diesem Thema drauf bleiben und das Thema Rechtsstaat und Menschenrechte spielen sollen.
Hinzu kommt, dass sich die Grünen in einem populistischen Umfeld seit jeher schwer getan haben. Insofern ist also das Halten ihres Wählerniveaus zwar kein Wahlerfolg, aber auch kein Weltuntergang.
Trotzdem haben die Grünen Fehler gemacht. Diese liegen aber zwei Jahre zurück. Die Partei hat es verabsäumt, sich nach der Nationalratswahl 2006 thematisch und personell zu erweitern.
Das Wählerpotential ist mit dieses Themenpalette limitiert. Und man hat die Möglichkeit verabsäumt, neben Eva Glawischnig, die ja als 3. Nationalratspräsidentin einen neuen Job hatte, und Alexander van der Bellen jemand Neuen aufzubauen. Stattdessen blieb Glawischnig weiter Sprachrohr der Partei.
Aber es ist ja nicht aller Tage Abend. Die Grünen haben nun Zeit die Partei fit für die Zukunft zu machen. Dabei stellt sich nur die Frage:
Ist die Basisdemokratie der Grünen, die ja mittlerweile eine Funktionärsdemokratie ist, dazu angetan, Reformen voranzubringen?
Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.
Alle bisher erschienenen Beiträge finden Sie hier.
Nun schießen sich die Kommentatoren auf den angeblich so schlechten Wahlkampf der Grünen ein. Nur, das ist wie so oft ein Kurzschluss.
Die Grünen haben nach langer Zeit einen recht angriffigen Wahlkampf geführt. Slogans wie "Reiche besteuern, Mittelstand entlasten" sind schon eine Ansage.
Dazu kam die Nominierung des vormals inhaftierten Tierschützers Martin Baluch. Auch hier irren die Medien, wenn sie meinen, das hat den Grünen so geschadet. Nein, vielmehr hätten die Grünen auf diesem Thema drauf bleiben und das Thema Rechtsstaat und Menschenrechte spielen sollen.
Hinzu kommt, dass sich die Grünen in einem populistischen Umfeld seit jeher schwer getan haben. Insofern ist also das Halten ihres Wählerniveaus zwar kein Wahlerfolg, aber auch kein Weltuntergang.
Trotzdem haben die Grünen Fehler gemacht. Diese liegen aber zwei Jahre zurück. Die Partei hat es verabsäumt, sich nach der Nationalratswahl 2006 thematisch und personell zu erweitern.
Das Wählerpotential ist mit dieses Themenpalette limitiert. Und man hat die Möglichkeit verabsäumt, neben Eva Glawischnig, die ja als 3. Nationalratspräsidentin einen neuen Job hatte, und Alexander van der Bellen jemand Neuen aufzubauen. Stattdessen blieb Glawischnig weiter Sprachrohr der Partei.
Aber es ist ja nicht aller Tage Abend. Die Grünen haben nun Zeit die Partei fit für die Zukunft zu machen. Dabei stellt sich nur die Frage:
Ist die Basisdemokratie der Grünen, die ja mittlerweile eine Funktionärsdemokratie ist, dazu angetan, Reformen voranzubringen?
Peter Hajek ist Geschäftsführer der Peter Hajek Public Opinion Strategies und schreibt exklusiv auf www.datum.at jeden Dienstag und Donnerstag Kommentare zum innenpolitischen Geschehen.
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mir erscheint immer mehr, diese wahl war eine reine protestwahl und damit für die konstruktiven grünen von vornherein nicht zu gewinnen.
welche themen man hätte verstärkt spielen sollen oder man mehr durchkommen hätte müssen, ist unter dieser grundannahmen eine müsige diskussion. trotzdem: ich glaub, das bildungsthema wäre gerade zu schulbeginn und zur nachprüfungszeit gut gewesen. auch integration hätten wir positiv offensiv angehen können - noch mehr hätten die rechten vom aufbringen des themas ohnehin nicht profitieren können.