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Musikbildner

Republikbilder: Die DATUM-Fotoreportage

Apollo Gold

Fotos: Daniel Shaked
Text: Moritz Gottsauner-Wolf
Gute Musik ist in der Lage, Bilder im Kopf des Hörers zu erzeugen. Gute Fotografie kann uns hören lassen und gleichzeitig neue Aspekte von Musik enthüllen. Beide ergänzen sich. Daniel Shaked porträtiert seit 2002 Musiker für das Musikmagazin The Message, an dessen Gründung er 1997 maßgeblich beteiligt war. Die Ausrichtung des Magazins erlaubt die Auseinandersetzung mit einer breit gefächerten Auswahl von Persönlichkeiten aus Soul, Jazz und DER ­Musikrichtung des letzten Jahrzehnts: Hip-Hop.

Das Spannungsverhältnis von Dichtung und Wahrheit, Image und Persönlichkeit bestimmt den Zugang – speziell in der Musik­industrie, wo Image so viel zählt wie die Kunst an sich. Der Fotograf muss sich mit dem oft bereits etablierten Bild in der Öffentlichkeit auseinandersetzen. In den Arbeiten Shakeds ist diese Auseinandersetzung evident. In seinen Bildern inszeniert er das Selbstverständnis der porträtierten Personen und begegnet den Klischees, indem er sie bricht, verdichtet oder überhöht. Das Inhomogene der Popkultur verlangt auch von dem, der sie darstellt, eine Differenzierung. Wenn sich der Fotograf nicht als Marketingwerkzeug instrumentalisieren lassen will, ist sie unumgänglich.

Rodney Hunter

Diese Sammlung von Porträts österreichischer Künstler bildet einen Querschnitt durch das Werk Daniel Shakeds, der auch in der Mode- und Reportagefotografie tätig ist. Ästhetisch bleibt er undogmatisch, jedes Setting verlangt seine individuelle Umsetzung. Ob grob- oder feinkörnig, Farbe oder schwarz-weiß, inszeniert oder spontan – im Endeffekt zählt der „Soul“ der Person.

Ein Großteil der ausgewählten Arbeiten beschäftigt sich mit Hip-Hop-Künstlern aus Österreich (in der Reihenfolge der Abbildungen: Apollo Gold, Rodney Hunter, A-Geh) und verdeutlicht die Lebendigkeit und Vielseitigkeit der hiesigen Szene. Supermax und Joe Zawinul vertreten eine andere Generation, der die Vergangenheit ins Gesicht geschrieben scheint. Der avedonsche Ansatz des Zawinul-Porträts bezieht seine Stärke aus der Reduzierung, die durch den schlichten Hintergrund erreicht wird und das Wesentliche hervorhebt. Wenn Porträts berühmter Personen oft davon leben, dass man mit ihnen eine Geschichte assoziiert, so erkennt man die wirklich guten daran, dass sie auch dann beeindrucken, wenn die Geschichte fehlt. Mehr unter www.danielshaked.com.

A-Geh

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