Weltkrieg Spuren
Republikbilder: Die DATUM-Fotoreportage

Fotos: Daniel Nauck
Text: Bernhard Gassner
Genau 90 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg zu Ende ging. Anders als in Frankreich, Belgien oder Deutschland, wo riesige Felder mit hundertausenden weißen Kreuzen bis heute an die Gefallenen erinnern, finden sich im Grenzgebiet von Österreich zu Italien nur mehr wenige Spuren des ersten großen Schlachtens im Europa des 20. Jahrunderts, das von 1914 bis 1918 anhielt.

Dabei hatte auch hier ein furchtbarer Stellungskrieg getobt, von dem zehntausende Soldaten auf beiden Seiten nicht mehr zurückkehrten. Besonders heftig gerieten die Kämpfe in den Bergen des heute zu Italien gehörenden Südtirols. Zweieinhalb Jahre lang massakrierten sich hier ab 1915 italienische und österreichisch-ungarische Truppen, auf beiden Seiten oft angeführt von so unfähigen wie von sich eingenommenen Befehlshabern, die in den Soldaten keine Menschen, sondern „Menschenmaterial “ sahen.

Heute zeugen höchstens noch Löcher in den Felsen, Ruinen einstiger Befestigungen und rostende Granatsplitter von den Greueln. Der deutsche Fotograf Daniel Nauck hat sich im vergangenen Jahr auf den Weg durch die Sextener Dolomiten gemacht, um sich auf die Suche nach Spuren dieser langsam der Vergessenheit anheimfallenden Geschichte zu begeben.

Was seine Bilder – von der technischen Qualität abgesehen – einzigartig macht, ist weniger das, was man zu sehen bekommt, als das, was in der Vorstellung des Betrachters vorgeht, der um den Wahnsinn weiß, der sich hier abgespielt hat. Mit seinen Bildern schafft es Nauck so, inmitten der heute beschaulichen Bergidylle das Grauen vergangener Tage vielleicht nicht unmittelbar sichtbar zu machen – aber fühlbar.


Dabei hatte auch hier ein furchtbarer Stellungskrieg getobt, von dem zehntausende Soldaten auf beiden Seiten nicht mehr zurückkehrten. Besonders heftig gerieten die Kämpfe in den Bergen des heute zu Italien gehörenden Südtirols. Zweieinhalb Jahre lang massakrierten sich hier ab 1915 italienische und österreichisch-ungarische Truppen, auf beiden Seiten oft angeführt von so unfähigen wie von sich eingenommenen Befehlshabern, die in den Soldaten keine Menschen, sondern „Menschenmaterial “ sahen.

Heute zeugen höchstens noch Löcher in den Felsen, Ruinen einstiger Befestigungen und rostende Granatsplitter von den Greueln. Der deutsche Fotograf Daniel Nauck hat sich im vergangenen Jahr auf den Weg durch die Sextener Dolomiten gemacht, um sich auf die Suche nach Spuren dieser langsam der Vergessenheit anheimfallenden Geschichte zu begeben.

Was seine Bilder – von der technischen Qualität abgesehen – einzigartig macht, ist weniger das, was man zu sehen bekommt, als das, was in der Vorstellung des Betrachters vorgeht, der um den Wahnsinn weiß, der sich hier abgespielt hat. Mit seinen Bildern schafft es Nauck so, inmitten der heute beschaulichen Bergidylle das Grauen vergangener Tage vielleicht nicht unmittelbar sichtbar zu machen – aber fühlbar.

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