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Wenzel Müller fotografiert Tiefgaragen.
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Parkgaragen laden nicht gerade zum Verweilen ein. Zu eng und zu dunkel. Während das Auto selbst sich immer mehr in ein fahrbares Wohnzimmer verwandelt, ähnelt die klassische Tiefgarage einer Reise in die graue Vorzeit der ergebnisorientierten Betonarchitektur. Drinnen gibt es beheizbare Autositze, der Innenraum des Fahrzeugs erinnert oft genug an das Cockpit eines Flugzeugs. Draußen ist die Parkgarage: tief die Decke, dunkel die Gänge und schlecht die Luft. So jedenfalls die Regel, auch in Wien. 

Bis Anfang der Neunzigerjahre blieb die Zahl der Stellplätze in Wiens öffentlichen Garagen lange Zeit konstant bei rund 20.000. Dann stieg sie plötzlich und kontinuierlich in die Höhe und ist heute bei etwa 85.000 angelangt. Verantwortlich für diesen Trend ist nicht zuletzt der politische Wille der Wiener Stadt- und Landesregierung, das abgestellte Auto aus dem wertvollen Gut öffentlicher Raum zu verbannen. 

Der Anreiz dazu heißt zumindest in der österreichischen Bundeshauptstadt Kurzparkzone. Wo früher Platz für das Auto war, soll nun wieder Platz für die Menschen werden. So das Ideal, das sich die Autofahrer mit teuren Parktarifen erkaufen sollen. Das kann man nachvollziehbar nennen oder vernünftig. Wo die Quantität steigt, muss die Qualität aber nicht unbedingt mithalten. Die Parkgarage präsentiert sich weitgehend als reiner Funktionsbau, in dem man nicht lange verweilen möchte. Eine Art Durchgangsstation. Äußerlich fällt sie nicht weiter auf, innen verbreitet sie vor allem Öde. Verbesserungen erschöpfen sich darin, eckige Pfeiler durch runde zu ersetzen und die Fahrbahn hell auszumalen, wie zuletzt im Zuge von Renovierungsarbeiten in der Parkgarage des Wiener AKH. 

Aber sollen wir uns über eine solche architektonische Vernachlässigung überhaupt den Kopf zerbrechen? Ist das Auto nicht eine Dreckschleuder und jeder Aufwand in Richtung Glamour und Behübschung fehl am Platz? Aber eine Parkgarage mit angeschlossener Tankstelle und Werkstatt, die wäre nett. Reine Träumerei? Keineswegs, genau diesen Typ gab es früher, er war Standard. Parkhäuser waren einmal so etwas wie multifunktionale automobile Tempel. Doch die gibt es nicht mehr. Genauso wie den Automechaniker an der Tankstelle.