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Ein Krankenpfleger in Niederösterreich

Matthias Kittel (25) ist diplomierter Krankenpfleger im Bereich Anästhesie am Landesklinikum Wiener Neustadt.
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Wie hoch ist Ihr Einkommen?

Ich verdiene pro Monat 1.800 bis 2.000 Euro netto, je nachdem, wie viele Sonn- und Feiertagsdienste beziehungsweise Nachtdienste ich mache.

Wie hoch sind Ihre Fixkosten?

Meine Fixkosten betragen ungefähr 300 Euro und setzen sich aus Miete, Internet, Telefon und der Erhaltung meines Mopeds zusammen. 

Wie und warum sind Sie Gesundheits- und Krankenpfleger geworden?

Als ich 16 war, wollte ich mir eine Alternative zur Schule suchen. Das Interesse an einem sozialen und medizinischen Beruf war schließlich ausschlaggebend. Meine Ausbildung hat drei Jahre gedauert. Sie setzt sich aus mehreren Theorieblöcken zusammen, wobei speziell geschultes Personal aus dem Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ärzte aus allen möglichen Fachrichtungen vortragen. Ich habe Praktika an verschiedenen Abteilungen eines Krankenhauses, in Pflegeheimen und der Hauskrankenpflege absolviert. Um den Abschluss zu bekommen, musste ich eine Fachbereichsarbeit verfassen und danach eine praktische und theoretische Diplomprüfung ablegen. 

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

In meinem Bereich, der Anästhesie, gibt es sehr viele verschiedene Dienstformen. Grundsätzlich werde ich aber einem OP-Bereich und einem Anästhesisten zugeteilt und arbeite dann den ganzen Tag mit ihm zusammen. Ich bin dafür verantwortlich, dass der Anästhesiearbeitsplatz vorbereitet ist und die Narkosemaschine funktioniert. Außerdem müssen speziell an die unterschiedlichen OPs angepasste Vorbereitungen getroffen werden. Während der Narkose ist es mit meine Aufgabe, den Patienten durchgehend zu überwachen. Meine Tagdienste dauern normalerweise von sieben Uhr morgens bis 18.30 Uhr. Der Nachtdienst fängt wiederum um 18.30 Uhr abends an und dauert bis sieben Uhr morgens. 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Obwohl ich in einem sehr speziellen Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege tätig bin, ist es dennoch eine sehr abwechslungsreiche Arbeit. Immer wieder werde ich vor neue Herausforderungen gestellt. Einerseits betreue ich die Patienten bei zeitlich festgesetzten Standard-OPs, andererseits muss ich mich auch bei Notfällen schnell auf die jeweilige Situation einstellen können. 

Was gefällt Ihnen weniger?

Die Schicksale einzelner Patienten, die schwer verletzt sind oder sogar sterben, gehen einem natürlich oft sehr nahe. Vor allem bei Notoperationen nach Unfällen kann man sich nie sicher sein, wie es am Ende ausgehen wird. 

Wie und wo machen Sie Urlaub?

Ich verreise sehr gerne. Umso weiter weg, desto besser. Die Jahreszeit ist dabei egal. In den vergangenen Jahren war ich zum Beispiel in Vietnam, Nepal und New York.  


ZAHLEN UND FAKTEN

Laut Statistik Austria gibt es in Österreich ungefähr 83.000 diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger (Stand 2009), davon rund 14.000 Männer und 69.000 Frauen. Ihre Tätigkeit üben Krankenpfleger in Krankenhäusern, Sanatorien, Kuranstalten, Heimen, Ambulatorien, Arztpraxen, Behindertenbetreuungseinrichtungen und Rehabilitationszentren oder in der Hauskrankenpflege aus. Das Einstiegsgehalt beträgt 1.800 bis 1.910 Euro brutto pro Monat. Die Ausbildung zum diplomierten Krankenpfleger dauert drei Jahre bei 40 Ausbildungsstunden pro Woche. Mindestens 2.000 Stunden des Unterrichts entfallen auf den theoretischen Teil und mindestens 2.480 auf die praktische Ausbildung. Das AMS listet als überfachliche Qualifikationen, die für die Ausübung dieses Berufes notwendig sind, unter anderem Diskretion, Einsatzbereitschaft, Frustrationstoleranz, ein hohes Einfühlungsvermögen und körperliche Belastbarkeit auf. Gesetzliche Aufnahmebedingungen sind laut dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflege-Verband geistige und körperliche Eignung und Vertrauenswürdigkeit, die erfolgreiche Absolvierung der zehnten Schulstufe sowie die Absolvierung eines Aufnahmetests oder Gesprächs. Die Stundenverpflichtungen können entweder Vollzeit oder Teilzeit eingegangen werden, wobei verschiedene Dienstzeitregelungen zum Einsatz kommen, da die Pflege rund um die Uhr gewährleistet sein muss. Die an einer Station tätigen Mitarbeiter können sich ihre Tag- und Nachtdienste innerhalb der vom Dienstgeber festgelegten Rahmenbedingungen einteilen.