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Ein Segellehrer im Burgenland

Niels Party (27) kommt aus Tirol und arbeitet als Segellehrer am Neusiedler See. Er ist ledig und hat keine Kinder.
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Wie hoch ist Ihr Einkommen?

Ich verdiene etwa 1.300 Euro brutto im Monat. 

Wie hoch sind Ihre Fixkosten?

Meine Fixkosten belaufen sich im Moment in etwa auf 600 Euro pro Monat. Das beinhaltet meine Miete – ich wohne während der Segelsaison in Neusiedl am See –, Nahrungsmittel, und hin und wieder leiste ich es mir, auswärts essen zu gehen.

Wie und warum sind Sie Segellehrer geworden?

Schon mein Vater war Segel- und Skilehrer, das ist also Familientradition. Ich bin damit aufgewachsen, dass wir die Sommer am See und die Winter in den Bergen verbracht haben. Irgendwann hat mich die Berufung gepackt, und so habe ich in der Segelschule Neusiedl am See zu lernen und später zu lehren begonnen. Inzwischen mache ich das seit zehn Jahren. Ich habe auch mehrere Saisonen im Ausland unterrichtet. Unter anderem habe ich in Ungarn, Kroatien, Griechenland, Spanien und Ägypten Segeln unterrichtet.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Ich beginne meistens zwischen acht und zehn Uhr morgens. Das kommt ganz darauf an, welche Kurse stattfinden. Ich habe in einer Saison fixe Kurszeiten, das ist mit einem Stundenplan zu vergleichen. In den Kursen unterrichte ich sowohl Schülergruppen als auch Erwachsene, die aber im Einzelunterricht. Pro Woche arbeite ich insgesamt zwischen zwanzig und dreißig Stunden. Dank der fixen Kurszeiten habe ich relativ geregelte Arbeitszeiten.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Mir ist es sehr wichtig, draußen zu sein und meinen Arbeitstag in der Natur, in meinem Fall am See, verbringen zu können. Außerdem kann ich durch meinen Beruf anderen Menschen den Spaß vermitteln, den ich selbst am Segeln und Surfen habe. Ich kann außerdem mit vielen verschiedenen Menschen arbeiten und sitze nicht den ganzen Tag in einem Büro hinter einem Schreibtisch.

Was gefällt Ihnen weniger?

Da gibt es eigentlich nichts Besonderes. Der einzige Nachteil ist, dass ich natürlich auch bei schlechtem Wetter draußen arbeiten muss.

Was machen Sie im Winter?

Im Winter arbeite ich als Ski- und Snowboardlehrer in Tirol.

Wo machen Sie Urlaub?

Ich mache Urlaub, indem ich mehrere Monate im Jahr zwischen den Saisonen ausgedehnt reise. Ich fahre sehr gerne nach Indien, dieses Jahr war ich aber in Mexiko. Mir geht es beim Reisen darum, fremde Kulturen und Menschen kennenzulernen. All-inclusive-Urlaub, wo man nichts vom Land sieht, ist nicht mein Fall. Außerdem verbinde ich meinen Beruf gerne mit Reisen und plane deshalb, nächstes Jahr in Brasilien zu unterrichten.

ZAHLEN UND FAKTEN

20.000 Segler und Surfer sind im Dachverband der heimischen Segelvereine, dem Österreichischen Segelverband (OeSV), organisiert. Im Jahr 2010 waren mehr als 60 Segelschulen, -clubs und -vereine registriert. Die Ausbildung zum Segellehrer bieten etwa zwei Drittel aller Schulen an. Der Weg vom unbedarften Anfänger zum Segelschulleiter ist derzeit von Schule zu Schule unterschiedlich, soll aber im Laufe des Jahres vereinheitlicht werden. Die Ausbildung soll dann um die 800 Euro kosten und sieht folgenden Aufbau vor: Der Grundkurs ist Voraussetzung, um ein Segelboot steuern und mit der eigentlichen Lehrerausbildung überhaupt beginnen zu können. Danach wartet ein zweistufiges Ausbildungsprogramm zum Segellehrer. Ein Mindestalter von 16 Jahren und ein 50-stündiger Lehrgang sind die Voraussetzungen für die C-Lizenz, die dazu berechtigt, als Assistent an einer Segelschule zu unterrichten. Nach einem 200-stündigen Unterrichts praktikum und einer kommissionellen Prüfung zum Erwerb der B-Lizenz kann man selbst Segelunterricht erteilen. Am Lehrgang für die A-Lizenz wird erst gearbeitet. Diese soll zur Leitung einer Segelschule befähigen. Das Einstiegsgehalt liegt zwischen acht und 15 Euro pro Stunde. Wie viele Segellehrer derzeit in Österreich unterrichten, ist dem OeSV nicht bekannt, ungefähr achtzig Prozent davon sind jedenfalls Männer. Der OesV ist Mitglied des Internationalen Segelverbands (ISAF), dementsprechend werden die Prüfungen des OeSV in Zukunft auch international anerkannt sein.