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Ein Zauberer in Vorarlberg

Robert Ganahl (39) ist Zauberkünstler und lebt mit seiner Partnerin in Dornbirn. Er ist geschieden und hat zwei Kinder.
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Wie hoch ist Ihr Einkommen?

Es kommt auf die Veranstaltung und die Auftragslage an. Wenn ich auf einer Hochzeit auftrete, verdiene ich minimalst 950 Euro, bei Kindergeburtstagen ist es weniger. Ich trete mindestens jedes Wochenende auf, manchmal auch unter der Woche. 

Wie hoch sind Ihre Fixkosten?

Wenn ich die Steuer, das Haus, meine Büromitarbeiterin und die Büromiete zusammenzähle, komme ich auf Fixkosten von circa 3.000 Euro im Monat. 

Wie und warum sind Sie Zauberkünstler geworden?

Angefangen hat alles vor 17 Jahren, als ich als Berufssoldat beim Militär war. Ich war von 1991 bis 2002 bei einer Hochgebirgseinheit als Ausbildner für Rekruten tätig. Während eines Führungsseminars habe ich jemanden kennengelernt, der zaubern konnte. Das hat mich sofort fasziniert, und er hat mir ein paar Tricks beigebracht. Am Anfang war es ein Hobby von mir, seit 2002 bin ich hauptberuflich Zauberkünstler. Ich habe mir vieles im Selbststudium beigebracht oder von anderen Zauberern gelernt. Im Prinzip kann jeder Zauberer werden, der nicht zwei komplett linke Hände hat. Man braucht ein bisschen Begabung und muss mit den Leuten reden können. 

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Meine Auftritte sind meistens am Abend, deswegen erledige ich Büroarbeiten am Vormittag. Ich beantworte E-Mails, schreibe Angebote und plane meine Auftritte. Am Nachmittag packe ich meine Trickkiste zusammen, suche das passende Kostüm und fahre zum Auftrittsort. Von Dezember bis Ostern arbeite ich in verschiedenen Hotels, und im Sommer trete ich auf Hochzeiten, Firmenfeiern oder Kindergeburtstagen auf. Bei Scheidungen bin ich nicht so oft gebucht. Ich mache keine größeren Bühnenshows, sondern Partyzauberei. Das heißt, ich gehe von Tisch zu Tisch und begeistere mit meinen Tricks die Zuschauer. 

Was befindet sich in Ihrer Trickkiste?

Große und kleine Wunder. Ansonsten findet man Münzen, Scheren, Tücher, Spielkarten – und die Rechnung für den Auftraggeber. Denn eigentlich ist mein Vorbild Dagobert Duck. Ich möchte auch so im Geld schwimmen. 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Ich mag es, mein eigener Chef zu sein und die Menschen zu unterhalten. Es gefällt mir, sie zum Lachen und Staunen zu bringen. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. 

Was gefällt Ihnen weniger?

Da ich Kunden nicht nur in Vorarlberg, sondern auch in Tirol und Deutschland habe, bin ich viel mit dem Auto unterwegs. Ich mag die langen Autofahrten nicht. Ich fahre im Jahr ungefähr 70.000 Kilometer. 

Was ist Ihr Lieblingstrick?

Der verschwundene Ehering. Ich lasse einen Ehering verschwinden, der in einem Kaugummiautomaten wieder auftaucht.

ZAHLEN UND FAKTEN

Zauberer oder Magier kann jeder werden, der sich dazu berufen fühlt. Es gibt keinen offiziellen Ausbildungsweg oder ein vorgeschriebenes Mindestalter. Zauberer gelten als freischaffende Künstler. Wie viele Zauberer es in Österreich gibt, ist nicht erfasst. In Deutschland können Zauberlehrlinge in privaten Zauberschulen wie der Zauberzentrale in Pullach (Bayern) und der Zauberschule Rösrath bei Köln eine Grundausbildung in Sachen Magie absolvieren. Abgesehen von „Löffelverbieger“ Uri Geller behauptet kein bekannter Zauberer der Gegenwart, tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen. Vom Mittelalter an traten Zauberer im Rahmen von Jahrmärkten und Zirkussen auf. Harry Houdini war einer der Ersten, die die Zauberei als eigenen Unterhaltungszweig etablierten. Der amerikanische Entfesselungs- und Zauberkünstler österreichisch-ungarischer Herkunft wurde unter anderem damit bekannt, dass er 1918 in New York einen lebenden ausgewachsenen Elefanten verschwinden ließ. David Copperfield verhalf der Zauberei in den Achtzigern wieder zu neuer Popularität. Er ließ unter anderem die Freiheitsstatue verschwinden, schwebte über den Grand Canyon und ging durch die Chinesische Mauer. Der bekannteste österreichische Zauberer und Illusionist ist Tony Rei. Seit 1990 ist er Vizepräsident der Berufsvereinigung International Brotherhood of Magicians (IBM), außerdem hat er den Trick „aufgespießte schwebende Jungfrau“ erfunden, der auch von anderen Zauberern übernommen wurde.