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Eiterquellen

Stefan Fürtbauer fotografiert Würstelstände in der Nacht.
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Die „Eitrige“ ist ein Klassiker am Würstelstand: So nennt der Wiener die Käsekrainer – aus der am Grill der Käse quillt wie Eiter aus einer Wunde. Der Fotograf Stefan Fürtbauer hat sich von der Wiener Mundart inspirieren lassen und in seiner Serie „Eiterquellen“ Würstelstände des 21. Jahrhunderts dokumentiert. „Natürlich mussten selbst die Würstelstände, die es seit 150 Jahren gibt, mit der Zeit gehen. Vor allem architektonisch. Heute sehen einige so aus wie amerikanische Diners in den Sechzigerjahren. Das kulinarische Angebot hat sich freilich kaum verändert“, sagt Fürtbauer. Die moderne, zweckmäßige Architektur verbirgt oft die Tradition hinter der Institution. Würstelstände wurden in der k. u. k. Monarchie gegen 1870 eingeführt. Damals dienten sie als sichere Einkommensquelle für Kriegsversehrte. Fürtbauer sieht in ihnen jetzt „isolierte Nahrungsversorgungsinseln“: „Viele Würstelstände sind heute gleich doppelt isoliert – ihr modernes Aussehen hebt sie von der Wiener Architektur ab. Und die Speisekarte unterscheidet sie maßgeblich von den üblichen Fast-Food-Läden.“