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Republikbilder

Idyllen

Klaus Pichler blitzt durch Sechziger-Familienausstellung.
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Eine Schachtel mit hunderten Diapositiven, die der Fotograf Klaus Pichler bei einer Kellerräumung fand, entpuppte sich als Panorama der Selbstdarstellung einer unbekannten Mittelstandsfamilie aus den frühen 1960er-Jahren. Die Familie zur Zeit des neuen Wohlstands – beim Sonntagsausflug, beim Volksfest und beim Adria-Urlaub, in trauter Einigkeit und Harmonie. Führt man sich die damalige Zeit vor Augen, entsprechen die Bilder ziemlich genau dem mehrheitsgesellschaftlichen Ideal der Sechzigerjahre: der Nazi-Zeit entronnen, den Wiederaufbau des Landes absolviert, ging es damals ans Ernten der Früchte des Wirtschaftswunders.

Mit ganz klaren Vorstellungen, was sich gehört und was nicht. Religiös und arbeitsam, körperfeindlich und prüde, dafür immer brav und angepasst. Von so viel Biederkeit gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen, begann Klaus Pichler nach einem Element zu suchen, das den Wertvorstellungen der damaligen Zeit komplett widersprechen und dadurch die heimelige Idylle umdeuten sollte. Und fand: sich selbst!