Lebensarten
Lebenslieder... von Sabine Gruber
MAMA ROSE
von Archie Shepp
Bald ein Vierteljahrhundert begleitet mich „Mama Rose“, eine Hommage des amerikanischen Jazzmusikers an seine Großmutter, die ihm das erste Saxofon kaufte. Shepp skandiert und wiederholt ihren Namen, verknüpft ihn dann mit „Malcolm“ und macht daraus eine Hymne auf den ermordeten Bürgerrechtler. Man hört das Saxofon weinen.
MARINELLA
von Fabrizio de André
De André ist beeinflusst von Cohen und Dylan. Für mich war er ein politischer Sänger, dessen Texte über Menschen am Rande der Gesellschaft mich Ende der Siebzigerjahre geprägt haben.&nb
SINNERMAN
von Nina Simone
Ich liebe ihre kraftvolle Stimme. Obwohl ich kein religiöser Mensch bin, geht mir dieses zehnminütige rituelle Bekehrungslied immer wieder unter die Haut.
I'M A FOOL TO WANT YOU
von Chet Baker
Den Sound seiner Trompete vergisst man ebenso wenig wie seine eingefallenen Wangen, Spuren einer lebenslangen Drogensucht. Ich kann seine Musik nicht immer hören, an manchen Tagen ist sie mir zu melancholisch. Es gibt eine Aufnahme, in der Baker „I’m a Fool to Want You“ rauchend singt. Ergreifend. Es ist eine seiner letzten Interpretationen, danach hat er sich aus dem Fenster gestürzt oder wurde gestoßen.&nb
KINDERTOTENLIEDER
von Gustav Mahler
Ich hatte das Glück, mit einem Pianisten in die Schule zu gehen, der mir Platten empfahl – damals, vor 30 Jahren, auch diese traurig-schönen Lied
LOVE IS A LOSING GAME
von Amy Winehouse
Dass ihr Vater Jazzmusiker ist, hört man ihrer Musik an. Und vielen ihrer Texte, dass das Schicksal nur wenig Lücken für Glück ließ. Ich kann dieses Liebeslied zehnmal hintereinander hören, und ich bin sicher, es wird mir auch noch in zwei Jahrzehnten gefall
LONDON CALLING
von The Clash
Das war die Musik der frühen Achtzigerjahre, als ich zu studieren begann. Keine Party ohne die Songs dieser Punkband, vor allem nicht ohne „London Calling“ – es war die Zeit der politischen Diskussionen, der Abgrenzung und Selbstfindu
ORGELKONZERTE BWV 592–596
von Johann Sebastian Bach
Dass Orgelmusik auch unterhaltend sein kann, zeigt Bach in diesen Solokonzerten. Ich habe mit 16 bei einem Schulausflug ein Bach-Orgelkonzert im Dom von Orvieto gehört; der trancehafte Zustand, in den ich beim Zuhören rutschte, kam ohne Einnahme von Drogen zustande. Das hat mich als junge Frau überzeu
DANCE ME TO THE END OF LOVE
von Madeleine Peyroux
Peyroux wurde als Straßenmusikerin entdeckt. Ich habe sie durch einen sehr guten Freund „kennengelernt“, der vor einem Jahr an Krebs starb. Deswegen werden ihre Lieder, vor allem der von ihr interpretierte Cohen-Song, immer mit diesem toten Freund verknüpft bleib
WHO'S GONNA SAVE MY SOUL
von Gnarls Barkley
In dieser Band spielen Danger Mouse und Cee Lo Green zusammen; der Bandname setzt sich aus dem Verb „knurren“ (engl. to gnarl) und dem Namen der Basketballlegende Charles Barkley zusammen. „Who’s Gonna Save My Soul“ ist Soulmusik vom Feinsten.





