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Letzte Fragen ... an Akan Keskin

Der Wiener Gastronom organisiert den größten Adventmarkt des Landes am Wiener Rathausplatz. Im November bekam er es mit einer Occupy-Demo zu tun.
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Akan Keskin (54)

ist Obmann des gemeinnützigen Vereins zur Förderung des Marktgewerbes und organisiert den Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz, den mit rund 150 Ständen größten Adventmarkt Österreichs. Der gebürtige Istanbuler ist Mitbesitzer eines Gastronomiebetriebs am Naschmarkt und seit 2005 Obmann des Landesgremiums für Markthändler in der Wirtschaftskammer Wien. Von 2001 bis 2010 saß er für die SPÖ im Bezirksrat seines Heimatbezirks Margareten. Außerdem ist er Vizepräsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands. Der Verein zur Förderung des Marktgewerbes organisiert neben dem Christkindlmarkt noch drei weitere Adventmärkte in Wien: an der Mariahilfer Straße, am Platz vor der Mariahilfer Kirche und in der Fußgängerzone Favoritenstraße. Der Christkindlmarkt lockt alljährlich rund drei Millionen Besucher auf den Rathausplatz, wo er seit 1975 stattfindet. Die Wirtschaftskammer Wien erwartet für heuer einen Rekordumsatz von ungefähr 155 Millionen Euro auf den Wiener Adventmärkten und rechnet mit rund 7,8 Millionen Besuchern, wobei die Wiener im Schnitt etwa 21 Euro pro Besuch ausgeben. Mitte November rief die Straßenzeitung „Augustin“ mit „Occupy Christkindlmarkt“ zu einer Protestaktion vor dem Burgtheater auf. Der „Augustin“ hatte zuvor den Verdacht geäußert, dass der Verkauf der Zeitung am Rathausplatz verboten sein könnte und die Stadt Wien übermäßig hohe Subventionen an die Organisatoren verteilt.

 

Ihr Verein organisiert den Christkindlmarkt am Rathausplatz. Wieso eigentlich?

Die Aufgabe des Vereins zur Förderung des Marktgewerbes ist, für die Marktleute auch im Winter Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsplätze zu schaffen. Aus dieser Idee heraus sind auch die Adventmärkte entstanden. Der Name „Christkindlmarkt“ ist seit vier Jahren markenrechtlich geschützt und darf nur für den Markt am Rathausplatz benutzt werden. Alle anderen Märkte heißen offiziell „Adventmärkte“. 

 

Wieso macht das die Stadt nicht selber?

Der Christkindlmarkt wurde früher von der Stadt Wien organisiert, gemeinsam mit der Wirtschaftskammer. Im Jahr 2006 hat die Stadt gesagt, das sollen jetzt Private machen. Unser Verein hat sich beworben und den Zuschlag erhalten. Man muss sich jedes Jahr aufs Neue bewerben und braucht dafür ein Grundstücksübereinkommen mit dem Besitzer, also in diesem Fall mit der MA 34. Wir machen das schon so lange, da hat man anscheinend Vertrauen zu uns. 

 

Wie finanziert sich der Christkindlmarkt?

Jeder der rund 150 Stände muss Hütten- und Platzmiete bezahlen. Die Platzmiete beträgt je nach Platzgröße 370 bis 1.700 Euro für die Dauer des Marktes. Die Hüttenmiete geht an die Wirtschaftskammer, die die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Sie richtet sich nach der Größe der Hütte und beträgt zwischen 2.700 und 14.000 Euro pro Stand. Der Verein kümmert sich dann unter anderem um Reinigung, Parkplätze, Bewilligungen, Securitys und bezahlt die Miete an die Stadt Wien, das sind täglich zirka elf Euro pro Stand. Die Wirtschaftskammer kauft die Hütten an, repariert und lagert sie. Unsere Kosten steigen von Jahr zu Jahr, sie werden sich heuer auf rund eine Million Euro für alle vier Adventmärkte belaufen.

 

Wer kann sich um einen Stand bewerben? 

Jeder kann sich für einen Stand am Christkindlmarkt bewerben. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet eine Jury bestehend aus Vertretern von Wien Tourismus, Wirtschaftsagentur Wien, Stadt Wien Marketing und unserem Verein. Die Jury gibt dann eine Empfehlung für den Vereinsvorstand ab. 

 

Die Obdachlosenzeitschrift „Augustin“ behauptet, Sie hätten den Verkauf der Zeitung auf dem Areal mittels Securitys untersagt.

Das stimmt nicht. Wir wurden vom Augustin angerufen, haben aber nicht ­verstanden, warum das ein Thema ist. Der Augustin-Verkauf war am Christkindlmarkt noch nie verboten. Wir haben am Markt ­karitative Hütten zum Beispiel für UNICEF oder das Rote Kreuz, die sie umsonst nützen können. Wir haben dem Augustin angeboten, so eine Hütte eine Woche lang zu nutzen. Sie wollten aber lieber spazieren gehen. Die Securitys sind nur am Wochenende da und schauen nach etwaigen Tumulten. Aber vertreiben tun die niemanden. 

 

Der „Augustin“ schreibt von einer Förderung der Gemeinde für „Keskins Adventzauber“ von einer Million sowie für die Wirtschaftskammer in der ­Höhe von 250.000 Euro. 

Alles, was im Park passiert, gehört zum Adventzauber, also die Baumbeleuchtung, zum Beispiel. Das machen die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer, die für die Durchführung eine Werbeagentur beauftragt haben. Alles am Rathausplatz selbst ist der Christkindlmarkt, das organisiere ich. Wir bekommen von der Stadt Wien oder der Wirtschaftskammer keinen Cent. 

 

Sie waren in der SPÖ Wien tätig, man sagt Ihnen gute Kontakte ins Rathaus nach. ­Verstehen Sie es, wenn da für manche eine schiefe Optik entsteht?

Das interpretieren Sie. Ist es schlecht, wenn man sich kennt? Wenn ich zur Eröffnung dem Bürgermeister „Hallo“ sage? Es gehört zu meiner Aufgabe als Interessenvertreter der Markthändler, auch die zuständigen Leute zu kenn