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Filipiniana

Proud to be Pinoy!

Die Filipinos sind stolz, Filipinos zu sein. Zumindest betonen sie es sehr oft. Einige Merkmale philippinischer Identität

Da sie Abkürzungen lieben, nennen sie sich nicht Filipinos, sondern Pinoys. Was genau echte Pinoys und Pinays ausmacht, darüber finden sich eigene Listen (oder: hier)

Um einen Eindruck davon zu bekommen, was „typisch philippinisch“ ist, reicht ein Ausflug in eine von Manilas Shoppingmalls. In die Megamall oder die Mall of Asia zum Beispiel. Im Grunde spielt sich das halbe Leben in den Malls ab. Da es kühl ist, verbringen Filipinos gerne ihre Freizeit dort. Sie treffen sich zum Essen, erledigen Arztbesuche und Bankgeschäfte, spielen in der GameZone stundenlang Computerspiele oder gehen sogar Eislaufen. Kinder feiern ihren Geburtstag bei Jollibee, statt bei McDonald’s. Die rote Biene, das Maskottchen der Fastfood-Kette, gilt schon längst als inoffizielles Nationalsymbol. Bei Goldilocks bestellt man sich die Festtagstorte für zuhause.

Die Lärmkulisse in den Malls ist gewöhnungsbedürftig. Überall dröhnen fröhliche Lieder, die sich mit den Klängen von Lasergewehren mischen, wenn man an den Spielezonen vorbeigeht. Auch die Augen werden überstrapaziert, geblendet von grellen Geschäftsschildern.

Im Gegensatz zu ihrer Vorliebe für lauten Trubel funktioniert die Kommunikation zwischen den Filipinos oft stumm. Außenstehenden bleibt ihr Mimikspiel oft verborgen. Zum Beispiel, als wir den Lift nehmen, der von einem Liftboy betrieben wird. Seine Aufgabe besteht darin, den ganzen Tag auf- und abzufahren und auf die Knöpfe zu drücken, um den Lift anzuhalten. „Third Floor anyone?“, fragt er in die Runde. Stille. Kein Mensch antwortet. Stattdessen sieht jeder gelangweilt in eine andere Richtung. Wie selbstverständlich hält der Lift dennoch im dritten Stock und wir steigen aus. Die Auflösung des Rätsels: Jemand hat schlicht die Augenbrauen gehoben, als Zeichen der Zustimmung.

Verneinungen sind ebenso schwierig zu erkennen. Denn Filipinos sagen niemals nein. Stattdessen sagen sie: vielleicht später. Je breiter sie dabei grinsen, umso stärker ist die Verneinung. Schwierig wird es, wenn man auf der Straße nach dem Weg fragt: Der Mann wirkt zunächst erstaunt. Plötzlich fängt er an, wirr in alle möglichen Richtungen zu deuten. Eine alte Frau, die an der Straßenecke Zeitungen verkauft, mischt sich ein. Es folgt eine lange, unverständliche Diskussion. Im Grunde haben beide keine Ahnung, aber das will niemand zugeben. Schließlich geht man in eine der angedeuteten Richtungen, oder nimmt das nächste Tricycle.

Ohne diese Motorradtaxis ist Manila nicht vorstellbar. Zu Fuß geht kaum jemand. Lieber zwängt man sich in den kleinen Beiwagen eines Tricycles, auch wenn die Fahrt nur wenige Minuten dauert. Neben den Jeepneys sind sie die beliebtesten und billigsten Transportmittel auf den Philippinen. Die meisten Jeepneys sind künstlerisch in allen möglichen Farben lackiert. An den Windschutzscheiben hängen Heiligenbilder oder sind Aufschriften wie „God bless our way“ zu lesen, denn die meisten Filipinos sind gläubige Katholiken.

Am Abend singen die Pinoys in Karaokebars Liebesschnulzen oder patriotische Lieder und trinken dazu San Miguel Beer. Philippinische Volkslieder erzählen ihre ganze Geschichte. Davon, wie sie unter drei Jahrhunderten spanischer Kolonialherrschaft litten und mutig für ihre Heimat kämpften. Von Nationalhelden und dem kollektiven Streben nach Freiheit. „United we are strong, divided we fall.“ Das Sprichwort passt auch heute gut zur philippinischen Lebensweise. Filipinos treten meist in Gruppen auf. Niemand ist gerne alleine. Privatsphäre gibt es kaum, schon gar nicht in Großfamilien. Auch im Ausland finden sie sich in Communities zusammen. Gemeinsam feiern sie philippinische Feste, essen und teilen traditionelle Gerichte, singen Volkslieder – und sind stolz Filipinos zu sein.