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Globusbilder

Salz & Öl

Globusbilder. 1998 wurde in Aserbaidschans Hauptstadt Baku Gas entdeckt. Seither interessiert sich kaum jemand für die anderen Rohstoffe des Landes: Salz und Öl.
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Bakus Öl ist süß. Dafür liebte es alle Welt, vom russischen Zaren bis zum amerikanischen Industriellen. Denn es schonte ihre Motoren. Jeder wollte „crude oil“. In Aserbaidschans Hauptstadt schien es in unendlichen Mengen zu sprudeln, und 1898 war der erste Ölförderer der Welt auch der größte. Das Öl machte aus der Halbinsel um Baku eine Goldgrube. Die halb europäische, halb orientalische Stadt war ein Place To Be.
Nur 18 Kilometer von der verschmierten und verwüsteten Landschaft der Ölfelder entfernt, wird bis heute auch ein anderer Rohstoff gewonnen: Salz, das an den Ufern des Masazyrgol-Sees abgebaut wird. Öl und Salz – Schwarz und Weiß. Solmaz, Zöhra und Güläfät kennen nur eine Seite der Geschichte: die der Ölindustrie. Schon zu Sowjetzeiten haben sie für die staatliche Ölfirma, die heute SOCAR heißt, geschuftet.
Die Glanzzeiten sind lang vorüber. Die drei Frauen sind heute sozusagen die Masseverwalter einer vergangenen Zeit – schöpfen ein bisschen Öl ab, weil es da ist, nicht weil es sich noch groß rentiert. Aber das bisschen Öl lässt die Frauen leben, für ihre harten, ungesunden Ausflüge zu den alten Tanks rund um Baku bekommen sie ein bisschen mehr pro Monat als ein Durchschnittsarbeiter in dem armen Land.
„Hoffentlich kommt niemals ein Investor“, sagt Solmaz. „Ein moderner Schalter, und unsere Hände wären überflüssig.“ Die Magnaten jagen sowieso längst einem neuen Rohstoff-Traum hinterher. Salz und Öl sind nur noch Überreste aus der Vergangenheit. Denn schon 1998 wurden 700 Milliarden Kubikmeter Gas entdeckt – an dem auch die reichen Europäer interessiert sind.