• Facebook
  • Twitter
  • RSS

Streitgespräch

Der FPÖ-Chef über die Angst vor einem Kanzler Strache.

Hauptsache billig

Wie Erntehelfer in Österreich ausgebeutet werden.

Blackout

Warum ein Stromausfall in Österreich zur Katastrophe werden könnte.

Globusbilder

Where Children Sleep

James Mollison fotografiert Kinderzimmer in aller Welt.
Bild 1 von 10
Bild 2 von 10
Bild 3 von 10
Bild 4 von 10
Bild 5 von 10
Bild 6 von 10
Bild 7 von 10
Bild 8 von 10
Bild 9 von 10
Bild 10 von 10

Der britische Fotograf James Mollison zeigt in seiner Serie „Where Children Sleep“ großformatige Fotografien von Kinderzimmern auf der ganzen Welt, unter anderem in den USA, Mexiko, Brasilien, England, Italien, Israel und dem Westjordanland, Kenia, dem Senegal, Lesotho, Nepal, China und Indien, sowie Porträts der Kinder, die in den Zimmern wohnen. Alle Fotografien werden von der Lebensgeschichte der porträtierten Kinder begleitet. Darunter ist Kaya aus Tokio, deren stolze Mutter 1.000 Dollar pro Monat für die Kleider ihrer Tochter ausgibt; Bilal, ein beduinischer Hirtenbub, der nachts bei der Ziegenherde seines Vaters übernachtet; und Indira, ein nepalesisches Mädchen, das in einem Granitbruch arbeitet, seit sie drei Jahre alt ist. Mollison hat vier Jahre lang an seinem Projekt gearbeitet. Mit Unterstützung der Kinderhilfsorganisation „Save the Children“ wurde seine Arbeit als Buch (Verlag Chris Boot, 2010) für ein Publikum von Neun- bis 13-Jährigen veröffentlicht. Mollison versucht mit seiner Arbeit, Kinder für das Leben anderer Kinder in der ganzen Welt und deren soziale Probleme zu interessieren. Gleichzeitig soll das Buch auch eine ernsthafte fotografische Abhandlung für Erwachsene sein. 

 

Irkena lebt mit seiner Mutter in Kenia. Er bewohnt einen provisorischen Hof, der von einem kräftigen Dornenzaun umgeben ist, der die Haustiere der Familie schützen soll. Irkena gehört dem Stamm der Rendille an, der ein halbnomadisches Leben in den rauen Regionen der Kaisut-Wüste führt. Irkena ist jetzt 14 Jahre alt. Bevor er die Gemeinschafts-Manyatta, also die Siedlung verlässt, muss er beschnitten werden. Dieses Ritual markiert die erste Stufe seiner Initiation ins Erwachsensein. Während der Beschneidungszeremonie, die öffentlich stattfindet, darf er nicht weinen, sonst wird seine Familie beschämt. Irkena wird dann zum „morani“, einem jungen Krieger, und lebt mit anderen Kriegern im Busch. Er wird Waffen für die Jagd und einen hölzernen Schemel als Kissen für die Nacht haben. In den Monaten vor seiner Beschneidung tötet Irkena so viele Vögel wie möglich mit seiner selbst gemachten Steinschleuder und hängt die Kadaver als Statussymbol um seinen Kopf. Das symbolisiert seine Reife und seine Jagdfertigkeiten.Irkena lebt mit seiner Mutter in Kenia. Er bewohnt einen provisorischen Hof, der von einem kräftigen Dornenzaun umgeben ist, der die Haustiere der Familie schützen soll. Irkena gehört dem Stamm der Rendille an, der ein halbnomadisches Leben in den rauen Regionen der Kaisut-Wüste führt. Irkena ist jetzt 14 Jahre alt. Bevor er die Gemeinschafts-Manyatta, also die Siedlung verlässt, muss er beschnitten werden. Dieses Ritual markiert die erste Stufe seiner Initiation ins Erwachsensein. Während der Beschneidungszeremonie, die öffentlich stattfindet, darf er nicht weinen, sonst wird seine Familie beschämt. Irkena wird dann zum „morani“, einem jungen Krieger, und lebt mit anderen Kriegern im Busch. Er wird Waffen für die Jagd und einen hölzernen Schemel als Kissen für die Nacht haben. In den Monaten vor seiner Beschneidung tötet Irkena so viele Vögel wie möglich mit seiner selbst gemachten Steinschleuder und hängt die Kadaver als Statussymbol um seinen Kopf. Das symbolisiert seine Reife und seine Jagdfertigkeiten.

Ryuta ist zehn Jahre alt. Er lebt mit seinen Eltern und einer jüngeren Schwester in Tokio, Japan. Er ist ein preisgekrönter Sumo-Ringer und nimmt seit sieben Jahren an Wettbewerben teil. Mit drei Jahren war er stark übergewichtig, seine Eltern haben sich deshalb entschieden, ihn zum Sumo-Ringen anzumelden. Ryuta ist momentan der schwerste Ringer in seiner Altersgruppe. Er isst gewöhnlich drei große Mahlzeiten am Tag, dazu gehören Hot Dogs und Eierspeise zum Frühstück. Ryuta macht sich immer größere Sorgen um sein Gewicht, vor allem seit einer seiner Freunde aufgrund seiner Fettleibigkeit an einem Herzinfarkt gestorben ist. In der Schule bewundern ihn seine Freunde, weil er nie ein Turnier verliert. Ryuta ist auch Pfadfinder und geht gerne wandern, Rad fahren und zelten. In seiner Freizeit sieht er am liebsten fern oder spielt Computerspiele. Ryutas Wunsch ist es, eines Tages ein Fernsehmoderator zu werden und eine eigene Familie zu gründen.

Rhiannons Zuhause ist ein Reihenhaus in Darvel, Südschottland, einem malerischen Städtchen, das früher für seine Klöppelarbeit bekannt war. Sie ist 14 Jahr alt und lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder zusammen. Heute wird die Gegend von Heroinabhängigkeit und Gang-Gewalt heimgesucht. Ihre Schule ist voll mit Jugendlichen, die von Schulen im nahe gelegenen Glasgow verwiesen wurden. Seit sie sechs Jahre alt ist, hat Rhiannon einen Irokesen-Haarschnitt wie ihre Eltern. Sie, ihre Familie und Freunde sind Teil der Punk-Subkultur, die sich zu einer Gemeinschaft formiert hat, um sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander aufzupassen. Sie haben sich an die abschätzigen Blicke der Nachbarschaft und die Ablehnung gewöhnt. Aufgrund ihrer Erscheinung wurde Rhiannon in der Schule schon oft Opfer von Mobbing. Sie hat sich gewehrt und ist jetzt ganz auf sich alleine gestellt. Sie spielt Gitarre, Schlagzeug und Bass und singt auch. Ihr Vater hat eine eigene Band.

Prena lebt in Kathmandu, Nepal. Ihr Zimmer ist ein winziger, zellenähnlicher Platz ganz oben in dem Haus, in dem sie als Hausangestellte arbeitet. Sie ernährt sich hauptsächlich von Reis und Gemüse. Sie ist 14 Jahre alt und eine von tausenden Kinderarbeitern im Land. Prena erledigt Arbeiten im Haushalt wie Kehren, Putzen, Kochen und Waschen. Sie beginnt ihren Arbeitstag um fünf Uhr morgens und beendet ihn um sechs Uhr abends. Sie verdient 500 nepalesische Rupien pro Monat, das sind umgerechnet rund fünf Euro. Sie schickt das Geld an ihre Eltern, die acht weitere Kinder ernähren müssen. Prena besucht ihre Familie zweimal im Jahr. Sie geht dreimal die Woche in die Schule, die der Höhepunkt ihres Lebens ist. Sie bewundert ihren Lehrer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern wie Prena eine gute Bildung zu verschaffen. Wenn sie älter ist, möchte sie Ärztin werden.

Der 17-Jährige will „X“ genannt werden, nach dem schwarzen Aktivis­ten Malcolm X. X lebt im Complexo da Maré, einer Favela in der Nähe des Flughafens von Rio de Janeiro, Brasilien. Dort werden viele Kinder schon in sehr jungen Jahren dazu gezwungen, sich zu einer der Gangs in der Gegend zu bekennen. Tun sie das nicht, kann das zu gewalttätigen Übergriffen führen. X arbeitet als Leutnant mittleren Rangs beim „Comando Vermelho“ (Rotes Kommando), einer lokalen Gang, die mit Drogen handelt. Eine seiner Aufgaben besteht darin, sich um „soldiers“, also junge Gang-Mitglieder zu kümmern, die rund um die Favela pos­tiert sind, um Polizeibewegungen zu beobachten. Wenn sich Polizei in der Nähe des Viertels befindet, wird die Gang durch Feuerwerkskörper vorgewarnt. X trägt eine Pistole bei sich, um sich zu schützen. Er benutzt aber auch eine Kalaschnikow AK-47, die er liebt. Sein Ziel ist, Boss der Favela zu werden. X hat keinen festen Wohnsitz. Er ist viel unterwegs und teilt sich oft ein Zimmer mit anderen Gang-Mitgliedern.